Thema: absichtliches Donkplay vorteilhaft?

Inspiriert von deinem heutigen Blog-Eintrag bezüglich Spieler, die man leichter bluffen kann, wenn sie sich vornehmen besseres Poker zu spielen kam mir folgende Frage auf.

Folgende Situation: Man hat jetzt einen Spieler am Tisch, der durch leichtsinniges Spiel heute schon einiges verloren hat, wäre es dann nicht sogar sinnvoll evtl. mal den Donkplay Modus einzuschalten und seine Handrange gegen diesen Spieler etwas zu erweitern. Da fällt mir spontan jetzt folgende Situation ein. Wir spielen FR an einem vollen Tisch mit etwas mehr als 100BB und sind im Button. Wir erhalten als Hand 96o und vor uns erhöht einer um 4BB und wir haben 3 Caller. Wieso dann nicht einfach mal mit 96 ebenfalls mitgehen.

Angenommen Flop kommt jetzt mit 66Q. Dann haben wir immerhin schonmal ein Set getroffen. Der besagte Spieler ist der erste der agieren muss und bettet 1/2-Pot size und alle anderen folden. Jetzt kommt es drauf an, ob man sofort alles in die Mitte schieben will, oder ihn etwas zappeln lassen will und einfach nur called.

Angenommen wir bekommen tatsächlich alles in die Mitte und wir schlagen mit unserem Drilling sein Damenpaar mit Ass-Kicker oder ein höheres pocket pair (KK,AA), dann muss dieser Spieler doch langsam wirklich im Tiltmodus sein. Wenn er ein mittelmäßiger bis schlechter Spieler ist, wird er mit Sicherheit dadurch getiltet sein und man kann von ihm noch mehr Geld abknüpfen. Zweiter positiver Effekt ist natürlich, dass andere mitspieler evtl. dich für ebenfalls schwach halten könnten.

Was meinst du dazu? Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verständlich erklären, was ich ausdrücken wollte.

Bei mir hat es schon desöfteren funktioniert bzw. ich bilde mir zumindest ein, dass es daran gelegen hat big_smile

Re: absichtliches Donkplay vorteilhaft?

themole1988 schrieb:

Inspiriert von deinem heutigen Blog-Eintrag bezüglich Spieler, die man leichter bluffen kann, wenn sie sich vornehmen besseres Poker zu spielen kam mir folgende Frage auf.

Folgende Situation: Man hat jetzt einen Spieler am Tisch, der durch leichtsinniges Spiel heute schon einiges verloren hat, wäre es dann nicht sogar sinnvoll evtl. mal den Donkplay Modus einzuschalten und seine Handrange gegen diesen Spieler etwas zu erweitern. Da fällt mir spontan jetzt folgende Situation ein. Wir spielen FR an einem vollen Tisch mit etwas mehr als 100BB und sind im Button. Wir erhalten als Hand 96o und vor uns erhöht einer um 4BB und wir haben 3 Caller. Wieso dann nicht einfach mal mit 96 ebenfalls mitgehen.

In diesem Fall würde ich persönlich zwar mit 96o trotzdem nicht mitgehen, allerdings kann man dies generell natürlich tun, da der Button ja sowieso eine Position ist auf der man seine Range wesendlich erweitert. Die Frage ist einfach, wie hoch die Blinds sind und ob es sich im Verhältnis zu diesen schlicht weg lohnt. Das hat dann auch eigentlich nichts mit Donkplay Modus zu tun.

Angenommen Flop kommt jetzt mit 66Q. Dann haben wir immerhin schonmal ein Set getroffen. Der besagte Spieler ist der erste der agieren muss und bettet 1/2-Pot size und alle anderen folden. Jetzt kommt es drauf an, ob man sofort alles in die Mitte schieben will, oder ihn etwas zappeln lassen will und einfach nur called.

Auch wenn der besagte Spieler als erster reagiert und die anderen wirklich folden sollten, besteht immernoch das große Risiko, das eben dieser Spieler diesmal keine schlechten Karten Spielt sondern ggf. die Damen auf der Hand hat. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Das aggressive Reraise um eine Antwort darauf zu erhalten, welche Karten er hält oder der vorsichtige Call, den ich persönlich bevorzugen würde. Nur zappeln lassen kannst Du jedenfalls nur mit der absoluten Nuts.

Angenommen wir bekommen tatsächlich alles in die Mitte und wir schlagen mit unserem Drilling sein Damenpaar mit Ass-Kicker oder ein höheres pocket pair (KK,AA), dann muss dieser Spieler doch langsam wirklich im Tiltmodus sein. Wenn er ein mittelmäßiger bis schlechter Spieler ist, wird er mit Sicherheit dadurch getiltet sein und man kann von ihm noch mehr Geld abknüpfen. Zweiter positiver Effekt ist natürlich, dass andere mitspieler evtl. dich für ebenfalls schwach halten könnten.

Was meinst du dazu? Ich hoffe, ich konnte einigermaßen verständlich erklären, was ich ausdrücken wollte.

Bei mir hat es schon desöfteren funktioniert bzw. ich bilde mir zumindest ein, dass es daran gelegen hat big_smile

Ich denke allerdings in der Summe eher, daß ein schwacher Spieler, wenn er dann doch tatsächlich verliert, vermutlich dann endgültig den Tisch verläßt. Und wenn gute Spieler sehen, daß Du mit 69off mitgegangen bist, nehmen sie Dich vielleicht nicht mehr so ernst.
Ich persönlich würde zumindest auf 69s warten und nur maximal mit diesem einen Gegner spilern.
Liebe Grüße
Stefanie

Re: absichtliches Donkplay vorteilhaft?

Wäre dass dann nicht wiederum ein starker Spieler, wenn er merkt, dass er jetzt aufhören muss mit dem spielen weil es heute einfach nicht läuft? Ein guter weiss doch wann er aufhören muss und wann nicht. Ein schwacher Spieler tiltet doch gerne mal und will dann erstrecht seine Verluste reinholen...

Re: absichtliches Donkplay vorteilhaft?

themole1988 schrieb:

Wäre dass dann nicht wiederum ein starker Spieler, wenn er merkt, dass er jetzt aufhören muss mit dem spielen weil es heute einfach nicht läuft? Ein guter weiss doch wann er aufhören muss und wann nicht. Ein schwacher Spieler tiltet doch gerne mal und will dann erstrecht seine Verluste reinholen...

Gerade schwache Spieler werden nicht allzuviel Geld investieren. Ein guter Spieler wird vermutlich nur den Tisch wechseln. Habe schon sehr viele gute Spieler gesehen, die gerade dann, wenn sie gegen 96off verloren haben genauso tilt sind smile