Bigger is Better?

Die diesjährige World Series of Poker schreibt Geschichte. Mit dem Big One for One Drop Turnier wurde das teuerste Event der Pokergeschichte veranstaltet. Eine Million US-Dollar Buy-In und ein First-Place-Money in Höhe von 18 Millionen US-Dollar. Doch gilt in der Pokerwelt wirklich “bigger is better”?

Gerade wenn man sich die All-Time-Money-List anschaut, ist fraglich, ob diese Riesenevents in die Liste aufgenommen werden sollten. Bestes Beispiel: Jamie Gold. Im Jahr 2006 gewann Jamie Gold, der Pokerunsympath des Jahrzehnts, das Main Event und damit 12 Millionen US-Dollar. Sofort war er an der Spitze der All-Time-Money-List. Ist das nicht unfair? Gestandene Spieler wie Erik Seidel und Daniel Negreanu arbeiteten sich Jahrzehnte Stück für Stück nach oben und dann werden sie von jemandem überholt, der weder spielerisch mit ihnen mithalten kann, noch den Test der Zeit bestanden hat.

Manch einer könnte natürlich sagen, dass es ja auch die Poker Hall of Fame gibt, die solche Spieler würdigt, doch welche Aussagekraft hat die All-Time-Money-List überhaupt noch, wenn man nur ein Riesen-Event braucht, um sie zu erklimmen? Nun führt Antonio Esfandiari die Liste durch seinen Gewinn des Big One for One Drop an – ein Spieler, dem man es tatsächlich gönnt, da er seit Jahren nicht nur exzellentes Poker gezeigt hat, sondern auch ein gutes Vorbild für die Community war. Dennoch: während Esfandiari die Liste mit nur zwei Bracelets und einem WPT-Titel anführt, stehen Spieler wie Seidel mit 10 Bracelets und Hellmuth mit 12 Bracelets im Ranking hinten an.

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