Ein zufriedener Lehrer

Ich habe bereits viele Male Nachhilfeunterricht gegeben: meistens ging es darum kleinen, frechen Sechsklässlern die Grundpfeiler der englischen Grammatik einzuhämmern oder beispielsweise zu erklären, was der Unterschied zwischen den verschiedenen Pronomen ist. Als mich das Pokerfieber packte, suchte ich natürlich schnell Leute, die genauso begeistert vom Spiel waren wie ich – das gestaltete sich jedoch recht schwierig, da Poker in Deutschland noch keinen großen Boom-Moment erlebt hatte.

Und was macht man dann? Die eigenen Freunde anstecken! Aber auch dieser Plan war nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Nur Wenige konnte ich davon überzeugen, dass es sich nicht um ein Glücksspiel handele. Außerdem springen die Meisten sowieso ab, sobald das Wort “Geldeinsatz” fällt. Kein leichter Unterfangen – und dabei ist das “Kartenschach” doch so brillant und fesselnd, wie kaum ein anderes Spiel.

Doch heute hatte ich eine wahre Freude daran, mal wieder in die Rolle des Lektors zu schlüpfen und einem Neuling das Spiel näher zu bringen. Nicht nur, dass der Pokerjungspund interessiert bei der Sache war und sich fleißig alles merkte – auch bei der ersten Proberunde erkannte ich sofort Fingerspitzengefühl und Talent für Poker. Ohne das ich erklären musste, wie man den Gegner in eine schwierige Situation bringen kann, machte der Schüler mit einer erfreulichen Selbstverständlichkeit Spielzüge, die ich bei meinem Start erst nach mehreren Monaten erkannte und anwendete. So kann es weiter gehen!

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