Die vier vermutlich am meisten genutzten Wörter in Pokerdiskussionen sind “es kommt darauf an”. Poker ist ein Spiel fehlender Informationen. Wir sitzen am Tisch und kennen erst einmal nur unsere eigenen Karten und unseren standardisierten Spielstil. Doch mit jeder Hand kommen neue Informationen dazu: wir erfahren mehr über die Spielweise unserer Gegner und können unser eigenes Spiel demnach anpassen. Der Spieler im Big Blind ist zu tight? Dann klauen wir einfach jeden Blind mit Trash. Der Spieler links von uns 3-bettet zu viel? Dann wird eben mehr gelimpt beziehungsweise gevierbettet. Es gibt keine Patentlösung…es kommt darauf an.
So auch in folgendem Handbeispiel, welches ich vor kurzer Zeit fand: Hero dreibettet ein UTG Raise am Button mit King-Queen off und bekommt einen Call. Der Flop geht auf mit
und beschert unserem Helden Top-Pair-Good-Kicker in einem 3-Bet Pot. Keine schlechte Ausgangssituation. Doch nun zum Problem, für das es keine Patentlösung gibt: UTG check-shoved die Continuation Bet unseres Protagonisten. Und nun?
Es kommt darauf an…das mag unbefriedigend sein, ist aber die einzig korrekte Antwort. Hier wird am Ende einfach immer die Aggression des Gegners zur korrekten Entscheidung führen. Man kann nicht sagen: “ja Top Pair im 3-Bet Pot ist zwangsläufig ein All-In”, genauso wenig wie “auf das Raise sollten wir lieber folden – sieht schon stark aus!”. Es kommt darauf an…haben wir es mit einem aggressiven Gegner zu tun? Wie verliefen die letzten Hände? Wurde Villain in den vergangenen Orbits gestackt oder viel gedreibettet? All diese Informationen sind essentiell, um am Tisch die richtige Entscheidung zu treffen. Niemand sagte Poker sei einfach. Es gibt eben keinen Schlüssel für die richtige Spielweise – es kommt einfach darauf an…


