Joystick Heroes

Es ist verblüffend wie viele bekannte Namen des Pokers ursprünglich in der Videospielszene vorzufinden waren. Das besten Beispiel ist sicherlich Bertrand “Elky” Grospellier. Der Franzose, der zu den erfolgreichsten Livespielern der Welt gehört, zog damals sogar nach Südkorea um seine eSport-Karriere Full-Time zu betreiben.

Es mag verblüffend sein, doch so abwegig ist es auf keinen Fall. Viele Eigenschaften, die im Poker essentiell sind, spielen auch beim eSport eine große Rolle. Man muss sehr schnell viele Daten verarbeiten und korrekt reagieren, man muss sich immer speziell auf seinen Gegenspieler einstellen und man muss kleinste Fehler seines Gegners ausnutzen und dadurch einen Spielvorteil erlangen. Kurz gesagt: Leaks finden und exploiten. Wenn also ein eSportler beispielsweise bei Fifa erkennt, dass der Gegner im Angriff immer über den Flügel läuft, muss er seine Verteidigung so einrichten, dass Flanken nicht mehr sauber ausgeführt werden können – genauso wie man Spieler im Poker, die zu viel PreFlop Callen durch 3Bets in Position in Bedrängnis bringt.

Heißt dies im Umkehrschluss, dass gute Videospieler auch immer gute Pokerspieler sind? Das würde ich verneinen. Nur weil man ein Gott auf dem digitalen Rasen ist, heißt es noch lange nicht, dass man auch am grünen Filztisch brillieren wird. Immerhin kommen hier noch weitere Faktoren, wie der psychologische Umgang mit Geld, Selbstkontrolle und Co. hinzu, die beim eSport bei Weitem nicht so relevant sind. Dennoch gibt es viele Parallelen, die den Umstieg Videospiel zu Poker sicherlich erleichtern. Ist man also ein guter eGamer, sollte man auf alle Fälle Poker eine Chance geben – vielleicht schafft man den Umstieg und tritt in die Fußstapfen von Elky.

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