Leben zwischen ERASMUS und Poker

Man könnte meinen als Student hätte man unglaublich viel Freizeit. Und zum Teil trifft das auch zu. Als Erasmus-Student läuft die akademische Laufbahn eher auf Sparflamme, da die Kurse im Vergleich zu Deutschland doch nicht so ernst genommen werden. Viele Kurse macht man nur, weil man die benötigten ECTS-Credits sammeln muss, um den ERASMUS-Vertrag einzuhalten. Da ich jedoch im Staatsexamen-Modus studiere wird das Ganze ein wenig sinnlos. Die meisten Kurse in Belfast werden mir in Heidelberg nicht wirklich etwas bringen, sodass die Motivation deutlich leidet.

Dennoch wollen Essays geschrieben und Klausuren bestanden werden. Alles dazwischen ist nur halbherziges Studieren. Zeitmanagement ist vor allem in dieser Lebensphase essentiell, damit man nicht seine Tage “verschwendet”. Das akademische Leben im ERASMUS-Jahr ist dem Pokeralltag an den Tischen sehr ähnlich. Niemand zwingt einen zu Vorlesungen zu gehen, genauso wie man nicht an die Tische gefesselt wird. Nichtsdestotrotz muss man weiterschreiben, weiterlernen, weiter Hände spielen.

Zwischen meiner Arbeit für Poker.de, meiner Hobbykarriere als Pokerspieler und der Universität versuche ich dennoch mein Jahr so spannend wie möglich zu gestalten. Gerade jetzt habe ich die beste Möglichkeit so viel wie möglich zu reisen. In Großbritannien ist alles nah und die Flüge günstig, sodass man viele Städte bereisen, viele Menschen besuchen und unterschiedliche neue Kulturen kennenlernen kann. Dafür ist ein solides Zeitmanagement das A und O. Wenn ich diese Woche 20 Stunden in mein Essay stecke, kann ich am Wochenende verreisen. Tagtäglich möchte ich aber natürlich auch ein Teil von Poker.de sein. Und das abendliche Pint mit Freunden möchte nunmal auch getrunken werden. Damit nicht nur der Geist, sondern auch der Körper fit bleibt, muss auch Sport im Tagesplan Platz finden.

Diese Woche beginnen die Osterferien in Nordirland. Die nächste Woche ist verplant mit Essays und Poker.de. Danach bekomme ich Besuch von ERASMUS-Freunden aus Edinburgh und Birmingham und direkt im Anschluss geht es nach Schweden, Finland und Lettland. Glücklicherweise kann ich dank iPad nun auch von unterwegs schnell und einfach Blogs verfassen, Essays planen und die ein oder andere Pokerhand spielen. Ein Leben auf der Überholspur ist dies zwar nicht, aber langweilig wird es sicherlich nicht. Und das eigentliche Ziel von ERASMUS wird auch erreicht: Menschen aus anderen Ländern treffen und dabei mehr über sich selbst lernen. Es ist wie beim Poker: mit jeder neuen Situation lernt man mehr und stopft ein vorhandenes Leak – Poker ist wohl tatsächlich eine wundervolle Metapher für das Leben. In diesem Sinne: Keep on Grinding!

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