Lieblingshände

Ich habe noch keinen Pokerspieler getroffen, der nicht in irgendeiner Form abergläubisch war. Selbst wenn man ganz strikt nach mathematischen Regeln und analysierten Tatsachen spielt, irgendwo steckt doch ein wenig “Daumen drücken” oder “ein schlechtes Omen” im Spiel. Das einfachste Beispiel: jeder einzelne, und damit meine ich tatsächlich 100% aller Pokerspieler, haben eine Hand, die ganz besonders für einen ist. Eine Lieblingshand, eine Hasshand. Zeige mir einen Spieler, der keine Favoritenhand hat und du bekommst einen Keks von mir – versprochen!

Doch wie kommt man zu dieser einen Hand? Wann wird aus Ten-Seven suited “meine Hand”? Ich hatte eine Lieblingshand gefunden, bevor ich überhaupt an einem richtigen Pokertisch saß. Es war Ende 2006, ich saß im Kino meines Vertrauens und schaute den neuen Bond. Erinnert sich noch jemand an diese grandiose Schlussszene beim Pokergame, in der Daniel Craig mit Seven-Five of Spades den Straight Flush macht und damit in einem gigantischen Multimillionenpot den Nut-Flush und zwei Full Houses schlägt? Bevor ich den Kinosaal betrat, wusste ich nicht einmal was Texas Hold’em war – Pokern kannte ich nur von alten Western und den kleinen Five-Card-Draw Games um Sparschwein-Beträge mit Freunden.

Doch diese Hand packte mich…und ließ nie wieder los. Bei jedem HomeGame freue ich mich, wenn ich Seven-Five suited halte. In Spades ist es natürlich noch schöner, doch Sieben-Fünf ist meine Lieblingshand und wird es vermutlich auch immer bleiben. Ob die Hand über die Jahre für mich profitabel war, ist eine ganz andere Frage…aber ich glaube fest daran, dass mein glückliches Händchen immer Seven-Five halten wird.

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