Und was macht eure Pokerkarriere so?

Antonio Esfandiari gewinnt im Jahr 2012 nicht nur 18 Millionen US-Dollar in einem einzigen Turnier, sondern schnappt sich auch noch zusätzlich zwei Bracelets bei der World Series of Poker (Europe) – und was macht eure Pokerkarriere so?

Ich frage mich immer wieder, warum ich noch nicht auf den High Stakes spiele und warum Esfandiari die Millionen macht und nicht ich? Ist er ein besserer Spieler? Ziemlich sicher…doch was heißt das schon? Ist nicht jeder seines eigenen Glückes Schmied?

Bei diesen Gedanken über Erwartungshaltungen im Poker – wer will was und was will ich – kommt es mir so vor, dass ich bestimmte Dinge im Poker niemals erreicht habe, weil ich mich mit den falschen Dingen beschäftigt habe. Anstatt fünf Stunden am Stück intensiv in verschiedenen Communities Handbewertungen zu pauken, schaute ich halbherzig Lehrvideos. Anstatt mich zu 100% auf eine Variante zu konzentrieren, spielte ich immer wieder mal etwas Anderes. Am Ende ist es vielleicht gerade die Frage “wie machen die anderen das große Geld und warum ich nicht” der Ursprung allen Übels: immerhin impliziert solch ein Denken bereits ein resultatorientiertes Vorangehen – und wie alle wissen, kann man gerade im Pokerspiel Ergebnisse nicht erzwingen. Und wenn ich da an meine alten Milchmädchenrechnungen mit festen Winrates über so und so viele Tausend Hände nachdenke…nunja, dann wird klarer, dass ich einfach kein Esfandiari bin.

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