Wie weit mit Top Pair?

Und erneut gibt es eine spieltheoretische Frage, die vor allem Anfängern oft zu schaffen macht:

man trifft mit einer mittelguten Hand Top-Pair auf einem drawlastigen Board und weiß ab einem bestimmten Punkt einfach nicht mehr, was man da eigentlich macht. Im Turnier ist so eine Situation meist schnell gelöst – die Stacks sind oft nicht deep genug, sodass Top Pair meist eine No-Brainer-All-In Entscheidung ist. Wenn man nur 30 BB hat und nach einem Openraise Top-Pair trifft, geht das Geld rein – so einfach ist das.

Doch wie sieht es beim Cash Game aus? Da ist Top Pair vermutlich die Hand, mit der das meiste Geld fälschlicherweise verloren wird! Umso deeper die Stacks, umso besser muss das eigene Holding sein – das sagte schon Sklansky und dieser schrieb vor sehr vielen Jahren Bücher zu Poker…

In einem guten Beispiel trifft der Spieler nach einem Openraise aus MP mit Ace-Ten offsuite auf einem TPTK gegen einen Gegner am Button. Die Continuation-Bet ist klar, doch dann folgt das Raise des Gegners. Was nun? Der Spieler in der Hand entschied sich das Raise zu callen, den Turn zu setzen und am River check-fold zu spielen – was stimmt daran nicht? Meiner Meinung nach ist der entscheidende Fehler am Flop – das Raise zu callen ist hier nicht sinnig, da wir selbst gegen eine recht loose Range gerade so flippen. Das größere Problem jedoch ist die Tatsache, dass wir out-of-position sind und durch den Call in eine richtig blöde Situation ohne Initiative gelangen. Wir haben nicht nur keine wirklich starke Hand, wir wissen auch nicht was der Gegner hält – hat er den Draw, das Set oder blufft er uns einfach indem er seine Position nutzt? Alles viel zu wage, um hier viel Geld zu investieren. Daher: einfach folden und auf einen besseren Spot warten – das spart Geld und nerven!

PS: Hier der Link zur Hand

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