Schon öfters habe ich das Thema Scared Money aufgegriffen und darüber berichtet, welche Konsequenzen dieses psychologische Leak für euer Game haben kann und wie ihr am besten damit umgehen könnt beziehungsweise welche Möglichkeiten es gibt dagegen vorzugehen und das Leak zu stopfen. Heute möchte ich ein paar Worte zum Gegensatz vom Scared Money Phänomen schreiben.
Folgendes Beispiel: ihr startet eure Karriere auf einem der Micro-Limits, bildet euch stetig fort und eure Mühen tragen Früchte – ihr rauscht durch die Limits und findet euch innerhalb eines Jahres auf NL600 wieder. Tagesswings von $3000 sind keine Seltenheit mehr und an manchen Tagen fühlt es sich an, als ob ihr Geld drucken könntet. Natürlich passt sich dementsprechend auch euer Lebenstil an. An einem Abend für 200 Euro feiern gehen? Kein Problem! Spontan einen 50 Zoll Fernseher inklusive Playstation 3 und Surround-System? Das hab ich ja innerhalb weniger Tage wieder drin!
Der Bezug zum Geld geht verloren, alles scheint leicht und dann tritt plötzlich der Down ein. Eure Bankroll mindert sich innerhalb weniger Wochen rapide und ihr müsst absteigen. Jetzt kommt das Geld zwar nicht mehr stetig rein, aber die psychologische Einstellung ist die Gleiche. Auf NL400 spielt man plötzlich schlechter als vorher, obwohl man das Limit solide schlagen sollte – der Erfolg bleibt aus. Woran kann das liegen? Genau am falschen Bezug zu Geld! Man macht eventuell schlechtere Calls, weil man denkt, dass es ja “nicht so viel” kostet und man allgemein weder die Beträge, noch die Gegner ernst nimmt und sie demnach aber vollkommen unterschätzt. Wie geht man nun damit um? Eine schwierige Frage, die wohl viele Antwortmöglichkeiten besitzt.
Die einen werden sagen, dass man von Anfang an ein extrem tightes BankrollManagement an den Tag legen sollte, damit man, wenn man denn erstmal aufgestiegen ist, auch nicht mehr so schnell absteigen muss. 100 Stacks und mehr heißt die Devise. Andere werden sagen, dass man sein Geld nicht mit vollen Händen aus dem Fenster werfen soll, sondern lieber spart und sich nur von RakeBack und Boni “unnötige Luxusgüter” gönnt. Ich persönlich kann leider keine eigenen Erfahrungen mit einbringen, da ich noch nie in dieser Situation war. Dennoch würde ich es wohl so handhaben, dass ich mir jeden Monat einen fixen Geldbetrag zum Auscashen festlegen würde. Zum Beispiel jeden Monat 25% der Winnings vom Monat. Läuft das Pokern grandios, kann man sich mehr leisten – ist man im Down, gibt es eben nichts vom Konsumkuchen.




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