Die Gefahr des starken Blattes II

Im letzten Beitrag bin ich ausführlich darauf eingegangen, wie schwierig es sein kann ein starkes Blatt richtig zu spielen. Dabei ist es besonders wichtig, die Community Cards auch aus einer anderen als der eigenen Sicht zu betrachten.

Heute möchte ich das Beispiel mit den drei Buben noch einmal aufgreifen und einmal zeigen, was man beachten sollte. Man hält Kreuz-5 & Herz-Bube und auf dem Flop erscheinen Karo-Dame, Karo-Bube, Pik-Bube. Auf dem Turn erscheint Karo-König und auf dem River Pik-Ass. Dies ist ein typisches Blatt, das keinesfalls langsam gespielt werden sollte. Die drei Buben sind zwar ein starkes Blatt, aber sie sollten nicht zu sehr darauf vertrauen.

Wahrscheinlich sind sie emotional schon darauf eingestellt den Pot einzustreichen, aber bevor Sie nun noch weitere Chips in die Mitte schieben, sollten Sie sich die folgenden Fragen stellen:

1. Gegen welche Blätter verliere ich?

1. Ein Vierling – dieser kommt bei dem gegebenen Board nicht in Frage und kann ignoriert werden.

2. Jemand kann den vierten Buben auf der Hand haben. Da Sie selbst nur die 5 als Kicker haben, werden Sie in diesem Falle sehr wahrscheinlich verlieren.

3. Mit einer T hat ein Gegner eine Straight bis zum Ass. Je mehr Spieler am Tisch sind, desto wahrscheinlicher wird einer davon eine Zehn haben, die Gefahr hierfür ist also groß.

4. Wenn jemand zwei Mal Karo auf der Hand hat, so wird sein Flush sie schlagen. Die Gefahr hierfür ist zwar geringer als für die Straight, aber nicht zu unterschätzen.

5. Hält ein Spieler entweder AA,KK oder QQ, so hat er ein Full House. Dies ist zwar möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Der Drilling scheint nun lange nicht mehr so stark zu sein, wie Sie zuerst dachten oder? Es sind nach wie vor die gleichen Karten, aber nun haben Sie den Tisch einmal mit anderen Augen gesehen. Sie haben nun nur noch zwei Möglichkeiten: Sie passen oder sie bluffen und hoffen, dass die anderen Spieler Ihre Karten wegwerfen – die Entscheidung zwischen den beiden Optionen hängt auch in hohem Maße von den Spielern am Tisch ab. Wenn sich beispielsweise 5-10 Spieler am Tisch befinden, dann ist die Wahrscheinlichkeit das sie geschlagen ist dramatisch höher als bei nur zwei Gegnern. Je mehr Leute am Tisch sitzen, desto eher wird Ihr Bluff daher misslingen, bei einem vollen Tisch, sollten Sie daher direkt passen. Bei zwei bis drei Gegnern hingegen, womöglich auch noch am Ende eines Turniers sollten Sie vielleicht einen Bluff riskieren oder sich sogar auf den Showdown einlassen – das ist aber auch entscheidend von den jeweils verbleibenden Chips abhängig.

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