Ein kleines Dilemma

Der Sommer ist für Pokerspieler immer sowohl ein Fluch, als auch ein Segen. Einerseits ist es bei sonnigen 30 Grad unglaublich schwer die Motivation zu finden, sich konzetriert an die Tische zu setzen. Im Freibad verbringt man seine Freizeit nun einmal lieber als in einem dunklen Raum vor dem Bildschirm. Auch wenn wir im 21. Jahrhundert die Möglichkeit haben überall Online zu sein und theoretisch also auch im Freien mit einem Laptop spielen könnten, werden das nur die wenigsten in Erwägung ziehen. Erstens ist man meistens mit Freunden oder der Familie unterwegs und kann sich schlecht einfach “zum Grinden” abseilen oder aber die Hitze auf dem Balkon wird einfach unerträglich, sodass das eigene Pokerspiel zu einem unbeholfenen Donkplay führen kann. Man sieht also: “It’s hard to be a professional gambler!”

Was ist jedoch der Segen? Durch die World Series of Poker werden gerade im Sommer massenweise Fische ans Land gespült, weswegen es sich gerade jetzt lohnt an die Tische zu gehen. Durch die Promotion und Euphorie rund um die WSOP wagen blutige Anfänger oftmals ein Spielchen zum reinen Zeitvertreib. Gerade auf moderaten Limits wie NL100 ist die Fischdichte nie höher. Was soll man nun also als ambitionierter Pokerspieler tun? Auf den Sommer verzichten und online angeln gehen oder aber die beste Saison einfach auslassen?

Da letzteres wohl kaum in Frage kommt, heißt es für jeden Spieler das richtige Maß zu finden. Nehmt euch beispielsweise zwei Tage die Woche, in denen ihr konzentriert an die Tische geht und 100% gebt. Keine Ablenkung, keine spontanen Pausen – Poker ist Arbeit und genauso solltet ihr es auch behandeln. Gerade weil man beim Pokern sein eigener Boss ist, sollte man die eigenen Verantwortung niemals vernachlässigen. Nach der erledigten Arbeit könnt ihr euch dann ruhig wieder entspannen und die Seele baumeln lassen.

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