It´s all a big session!

Mit der Zeit haben sich eine Vielzahl bekannter Pokerweisheiten herausgebildet. Die Redewendung “It´s all a big session” trifft jedoch den Nagel voll auf den Kopf! Von wem sie stammt? Um ehrlich zu sein, weiß ich es gar nicht genau. Aber wenn mich nicht alles täuscht, wurde dieser – in pokertechnischer Hinsicht – bedeutende Satz von David Sklansky in seinem Buch “The Theory of Poker” geprägt. Doch welcher Sinn verbirgt sich eigentlich hinter dieser Redewendung? Ich nenne mal ein Stichwort: Bankroll-Management! Wie ihr alle wisst, ist kein Spieler der Welt vor hartnäckigen Verlustphasen gefeit, was einfach der Varianz im Poker geschuldet ist. Diese Durststrecken werden im Poker-Fachjargon gerne als “Downswing” bezeichnet. Ich möchte die Aussagekraft dieses Begriffs zwar nicht grundsätzlich anzweifeln, da er lediglich zum Ausdruck bringen soll, dass ein Spieler über mehrere Sessions unter seiner Winrate läuft. Allerdings existiert meiner Meinung nach ein “Downswing” in der Realität eigentlich gar nicht. Vielmehr ist “Downswing” ein fiktiver Begriff, ebenso sein Gegenpart, der “Upswing”. Schließlich kann davon ausgegangen werden, dass sich ein Poker-Spieler mehr an die negativen Erlebnisse am Tisch erinnert, also immer an diejenige Session, in der seine potenzielle Winning Hand doch noch vom Gegner gecrackt wurde. Dann war dieser Move selbstverständlich gleich “rigged”. Aber Hand aufs Herz: Ein Negativrun ist einfach eine ganz natürliche Begleiterscheinung, mit der sich jeder Spieler arrangieren sollte, sofern er langfristig erfolgreich sein will. Schließlich ist Poker ein Spiel, bei welchem man nicht immer die Wahrscheinlichkeit auf seiner Seite hat. Und gerade weil die Karten über einen kurzen Zeitraum so gut wie nie in der zu erwartenden Normverteilung fallen, wird sich erst in the long term herauskristallisieren, welcher Spieler das Zeug zum Winning Player hat. Damit will ich zum Ausdruck bringen, dass es im Grunde gar keine Pechsträhne und damit auch kein “Downswing” gibt. Wenn überhaupt, dann nur innerhalb einer bestimmten Zeitspanne. Aber abgerechnet wird ohnehin nicht nach einer einzigen Session. Man sollte sich daher weder freuen, überproportional viele Hände glücklich gewonnen noch ärgern, einige Hände unglücklich verloren zu haben. Wichtig ist nur, dass man langfristig Rendite einfährt. Die Fähigkeit, im Glücksfall nicht zu euphorisch zu werden und im Pechfall nicht zu tilten, zeichnet einen guten Poker-Spieler aus. Grundlegend ist hierbei natürlich ein fundiertes Bankroll-Management, z.B. in Form der Stop-Loss-Strategie, die aus dem Devisen- und Wertpapierhandel übernommen wurde. Daher merkt euch: It´s one big session! Auch ein blindes Huhn findet schließlich mal ein Korn. Die erste Abrechnung entfaltet also erst nach mehreren 100k Händen eine gewisse Aussagekraft…

So long,

shehata

Kommentieren

*


+ 1 = 2

Spam Protection by WP-SpamFree Plugin