Poker-Movies

Chris Moneymaker schaffte 2003 das Unglaubliche und verwandelte ein Satellite-Ticket für $40 in sagenhafte 2,5 Millionen US-Dollar als er das Main Event der World Series of Poker gewann. Der “Moneymaker-Effekt” trat ein und OnlinePoker boomte wie nie zuvor. Jeder wollte es Moneymaker nachmachen und auch durch kleine OnlineGames an das ganz große Geld kommen. Ohne diesen unglaublichen Run würde es OnlinePoker, wie wir es heute kennen, wohl kaum geben. Die Medien sprangen natürlich direkt auf den Pokerzug auf und auch Hollywood ließ es sich nicht nehmen zahlreiche Pokerfilme zu drehen. Leider sind viele davon kompletter Humbug und bringen weder das Spiel realistisch rüber, noch zeugen sie von schauspielerischen Glanzleistungen.vDennoch gibt es unter den zahlreichen Filmen zwei Perlen, die man sich als Pokerfan nicht entgehen lassen sollte.

“Rounders” kam wider erwarten nicht nach dem Moneymaker-Sieg raus, sondern gute fünf Jahre zuvor. Regisseur John Dahl wagte den Blick in New Yorks zwielichtigste Card-Rooms und verpflichtete mit Matt Damon, Edward Norton und John Malkovich drei sehr talentierte Schauspieler. Die Geschichte ist schnell erzählt: ein vielversprechender Jura-Student finanziert sich seine Ausbildung mit CashGames im Untergrund von New York. Als er in einer HighStakes-Partie alle Ersparnisse gegen einen russischen Mafiaboss verliert, sagt er dem Spiel ab. Erst als sein Kindheitsfreund aus dem Gefängnis entlassen wird und ihn um Hilfe bittet seine Schulden zu bezahlen, nimmt er erneut die Karten in die Hand und schlägt sich von Pokergame zu Pokergame, um gemeinsam das Geld zu akkumulieren. Eine dichte Atmosphäre, intelligente Dialoge und eine ernste Auseinandersetzung mit Poker als Strategiespiel machen “Rounders” zu einem Genuss für Pokerliebhaber und Cineasten.

“HighRoller – The Stu Ungar Story” von 2003 erzählt in autobiografischer Form den Aufstieg und Fall der Pokerlegende Stu Ungar. Bis zum heutigen Datum gilt “The Kid” als schillerndste und gleichzeitig ambivalenteste Pokerpersönlichkeit. Neben Johnny Moss ist Stu Ungar der Einzige, der das Main Event der WSOP drei Mal gewann. Im Film wird sein Leben vom jungen Gin-Rummy Talent, bis hin zum begnadeten Pokerspieler rekapituliert. Die Tragik bestand darin, dass “Stuey” sein gesamtes Vermögen mehrmals durch Sportwetten und Drogen verlor. Mehr als vier Mal schaffte es Stuey vom Millionär zum Mittellosen und wieder zurück. Die wohl berühmteste Geschichte ist sein Auftritt bei der WSOP 1990, bei der er am dritten Starttag mit einer Überdosis aufgefunden wurde und nicht mehr weiterspielen konnte. Dennoch erreichte er den neunten Platz, da sein bisheriger Chipvorsprung so immens war. Bei seinem letzten WSOP Sieg 1997 sagte er beim Interview, dass ihm beim Kartenspielen niemand jemals das Wasser reichen konnte und er der Einzige wäre, der sich selbst schlagen könnte. Ein Jahr später wurde Stu Ungar in einem Motelzimmer tod aufgefunden.

Wenn ihr also auf der Suche nach guten Filmen mit Pokerthematik seid, dürft ihr diese Beiden auf keinen Fall verpassen. Also ab in die Videothek, beide Filme ausleihen, PopCorn schnappen und genießen – es lohnt sich!

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