Schlaflos in ValueCity

Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, würde ich letzte Nacht rückgängig machen. Und dabei fing doch alles so gut an. Ein gepflegter Restaurantbesuch am Nachmittag mit exzellentem Sushi, netten Gesprächen und viel guter Laune, fand ich mich am Abend pudelwohl in meiner Wohnung wieder und genoss den ausklingenden Tag. Der Fernseher lief leise im Hintergrund und ich entspannte mich mit einem kühlen Getränk in meinem kleinen Reich. Poker war für diesen Tag eigentlich nicht eingeplant gewesen. Doch wie sagt man so schön: “Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!”

Eine kleine OnlinePoker Runde wollte ich dann doch noch spielen. Also begab ich mich gegen 22 Uhr an die Tische und startete eine kleine Session. Es fing auch garnicht übel an. Ziemlich schnell waren ein paar Stacks Gewinn da und ich dachte, dass die Session der krönende Abschluss für einen gelungenen Tag werden würde.

15 Minuten später war ich jedoch wie durch Zauberhand drei Stacks down. Da ich mit einem Minus nicht wirklich abschließen wollte und die Tische weiterhin saftig waren, beschloss ich zumindest noch ein halbes Stündchen zu spielen, um zu schauen, ob ich nicht zumindest wieder BE erreichen könnte. Eine Stunde später saß ich da mit einem Minus von herrlichen zehn Stacks…

Mittlerweile war es schon kurz vor Mitternacht und anstatt die Notbremse zu ziehen und einfach ins Bett zu gehen, konnte ich mich nicht vom Spiel lösen. Zwei Stunden später sah es immernoch düster aus. Das konnte doch nicht wahr sein! Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich viel zu lange spiele, wenn ich down bin, doch diese Nacht war wirklich eine Ausnahmesituation. Vollgepumpt mit Koffein, lauter Musik (wundere mich, dass die armen Nachbarn bei der Lautstärke überhaupt schlafen konnten) und Adrenalin im Blut ging es ohne Unterbrechung weiter. Ans Schlafengehen war garnicht erst zu denken! Langsam ging es dann auch aufwärts und gegen sechs Uhr morgens erreichte ich dann endlich mein Ziel. Ein Acht-Stunden-Pokermarathon – für nichts und wieder nichts!

Nach einer erfrischenden Dusche und geschätzten fünf Espresso sitze ich nun hier im Büro und kann meine eigene Dummheit kaum fassen – wahrscheinlich sollte man es dann doch mit Humor nehmen – oder eine Suchtberatung in Erwägung ziehen. Ein netter Filmtitel für diese Kamikazeaktion ist mir nebenbei auch noch eingefallen: >Schlaflos in ValueCity<

Von einer Sache bin ich jedoch überzeugt: das war meine erste und letzte 8000 Hände NightSession. Einmal und nie wieder!

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