Vor- und Nachteile, wenn man overrolled spielt…

…in den letzten Tagen habe ich mich vermehrt mit der Frage beschäftigt, wieso viele Online-Spieler (zu) lange Zeit auf demselben Limit spielen, obwohl sie eigentlich den nötigen finanziellen Backround für einen Limit-Aufstieg haben. Nun gut, Grund dafür sind wohl in erster Linie zwei Faktoren, die ich auch zum großen Teil durchaus nachvollziehen kann. Grund eins: Ein Spieler spielt overrolled, weil er sich nicht mit scared money an einen Tisch setzen will. Diese Einstellung nötigt mir Respekt ab! Sie unterstreicht nämlich eindrucksvoll, dass dieser Spieler nicht nur einfach so “just for fun”, sondern renditeorientiert spielt. Es ist also nicht grundsätzlich falsch oder schlecht, seinen Limit-Aufstieg vom eigenen Gefühl abhängig zu machen, auch wenn Poker eigentlich ein sehr rationales Spiel ist. Und überhaupt: Wer mit scared money spielt, der kann garantiert nicht sein A-Game durchziehen! Zu groß ist nämlich die Angst, das gewonnene Geld wieder zu verlieren. Die Folge ist klar: Man spielt viel zu vorsichtig und ängstlich. Wenn man sich dann mit besseren Spielern konfrontiert sieht, lassen die ersten Probleme nicht lange auf sich warten. Denn erfahrene Spieler nutzen diese Schwäche oft gnadenlos aus und werden einen Spieler auf scared money mit Sicherheit wieder ins niedrigere Limit zurückschicken. Grund zwei: Ein Spieler spielt overrolled, weil er sich noch nicht als gut genug einschätzt, um ins nächsthöhere Limit aufzusteigen. Vielmehr will er noch mehr Erfahrungen sammeln, an seinen Skills arbeiten und seine Bankroll aufstocken. Auch diese Einstellung ist einleuchtend. Der Vorteil hierbei ist, dass man den Limit-Aufstieg – wenn man ihn dann irgendwann wagt – viel relaxter angehen kann, da auch ein etwas hartnäckiger Downswing nicht zwangsläufig den direkten Wiederabstieg bedeutet. Andererseits ist es natürlich ratsam, die Limitstufe zu wechseln, um seinen eigenen Gewinn zu steigern. Aber wie dem auch sei: Besonders Poker-Anfängern würde ich raten, auf sein Gefühl zu hören. Wer sich einen Limit-Aufstieg zutraut, kann dies getrost tun. Wer sich dagegen noch nicht bereit fühlt, der kann ruhig auf seinem “Lieblingslimit” weitergrinden. Auf lange Sicht führt jedoch kein Weg daran vorbei, konsequent im Limit aufzusteigen, sofern man ein echter Winning Player werden will!

So long,

shehata

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