Wissen, wann man beim Heads-up aufhören sollte…

Phil Ivey sagte einmal, dass er in einer Gewinnphase niemals den Tisch verlassen würde, bis er entweder alle Chips hat oder zu müde zum Weiterspielen ist. Sollte man dieser Maxime uneingeschränkt Folge leisten oder gibt es noch andere Argumente, die einen dazu veranlassen sollten, besser eine Session zu beenden? Fakt ist: Dank des Internets erfreut sich das Heads-up-Spiel in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit. Die weltweit größten Poker-Anbieter à la PartyPoker oder PokerStars offerieren folglich die volle Bandbreite an HU-SnG´s an. Die Eins-gegen-Eins-Situation hat nicht nur einen ganz persönlichen Charakter, sondern dient in erster Linie auch der Optimierung des eigenen Skills. Grund dafür ist, dass im Vergleich zu Ring Games die Varianz im Heads-up wesentlich höher ist. Man hat auch keine Möglichkeit, sich zu „verstecken“ bzw. geschickt aus der Affäre zu ziehen. Ganz im Gegenteil: Da man bei jeder Hand einen Blind bezahlen muss, ist man gezwungen, mitunter auch mit marginalen Händen Action zu machen. Der konservative „Rock“ wird also, sofern er langfristig eine reelle Chance auf Gewinne haben will, nicht einfach auf seine American Airlines warten können. Tut er es dennoch, wird er schneller seine Chips verlieren als ihm lieb ist. Auch das Bluffen, also das Lesen des jeweiligen Gegners sowie das Post-Flop- und das Positions-Spiel sind beim Heads-up enorm wichtig. Einen noch höheren Stellenwert hat allerdings die Frage, wann man beim Heads-up aufhören sollte. Klar, spätestens dann, wenn sich die Müdigkeit einschleicht und die Konzentrationsfähigkeit nachlässt, ist es höchste Zeit, den Tisch zu verlassen. Das fällt oft schwer, vor allem dann, wenn man gerade einen Fisch an der Angel hat, der einen bereits ein paar Mal schön ausbezahlt hat. Im Übrigen ist es doch wirklich sehr kurios, dass besonders die schlechten Spieler vom Heads-up Poker magisch angezogen werden. Wahrscheinlich liegt es an der hohen Varianz, wodurch auch sie eine realistische Chance erhalten, durch nur eine Hand ihren Stack zu verdoppeln. Wie dem auch sei: Ich rate auch dann dazu, den Tisch zu verlassen, wenn man merkt, dass der gegnerische Spieler einem überlegen ist. Es wäre dann pure Zeitverschwendung, sich mit einem erfahrenen und guten Spieler zu „battlen“, da man einfach einen wesentlich kleinen Vorteil hat, als wenn man auf den Fisch warten würde. Daher ist der beste Move, einfach auf ein besseres Spiel zu warten! Gegner zu meiden, die einem mindestens auf Augenhöhe begegnen, ist genauso eine Kunst, wie einen guten Fold, Bluff oder Read zu bringen. Spart euch also euer Geld, Poker ist schließlich kein “Schwanzvergleich”…

So long,

shehata



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