Diese Frage hat sich sicherlich schon jeder von uns einmal gestellt: Warum heißen die Profis unter den Poker-Spielern eigentlich Haie und die schlechten Spieler Fische? Die Antwort scheint simpel und einleuchtend: Wenn die Pros Haie heißen, dann sind ihre Opfer zwangsläufig Fische. Schließlich sind Fische auch die bevorzugte Beute der Haie. Wie? Ihr wollt euch mit dieser fadenscheinigen Begründung nicht zufrieden geben? Zu banal? Okay, okay! Im Folgenden nehmen wir ein paar weitere Erklärungsansätze unter die Lupe, die hoffentlich zu allseitiger Zufriedenheit führen werden: Poker ist bekanntlich ein altes Spiel, das schon in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts den Weg in die rauchigen Hinterzimmer vermögender New Yorker Anwälte fand, die als sog. „Sharks“ bezeichnet wurden. Eine Definition, die erneut nichts taugt? Okay, vielleicht leitet sich der Begriff „Fisch“ auch von der fünften und letzten Gemeinschaftskarte, der sog. River-Karte, ab. Im „Fluss“ fällt schließlich häufig die Entscheidung über Sein oder Nichtsein, über Leben oder Tod, über Gewinn oder Verlust. Und wie es die Natur so will, gilt grundsätzlich das Gesetz des Stärkeren. Natürlich existiert auch die Möglichkeit, dass der in der Regel chancenlose und zum Fressen verurteilte Fisch dem großen Räuber der Meere mit Glück („Varianz“) entfliehen kann. Doch regelmäßig lautet die logische Konsequenz: Der Hai jagt und frisst den Fisch. Oft wird bei der Begriffserklärung eines Fisches auch der enge Zusammenhang zum Angeln dargestellt. Die Fische werden mit Ködern (Chips) angelockt. Die Tischauswahl (das Suchen nach dem richtigen Gewässer), Programme à la PokerOffice oder PokerTracker, das nötige Know-How sowie das professionelle Setzverhalten fungieren dabei als Angel. Eine weitere Parallele, die nicht zu leugnen ist: Auch beim Angeln wird derjenige belohnt, der sich in Geduld übt. Das prekäre Problem bei dieser Theorie: Habt ihr schon einmal einen Hai angeln sehen? Da die Antwort ganz offensichtlich entbehrlich ist, kommen wir lieber schnell zum nächsten Erklärungsversuch, der eher naturwissenschaftlicher Art ist: Fische gelten häufig als lernunfähig und daher leicht verführbar. Besonders den Anglern unter uns wird schon einmal aufgefallen sein, dass derselbe Fisch häufig auf denselben Köder reinfällt. Auch beim Pokern machen die schlechten Spieler zumeist dieselben Fehler und verlieren unnötigerweise viele Chips an die besseren Spieler. Insgesamt bleibt also festzuhalten: Ganz egal, für welche Interpretation man sich letztlich entscheidet – woher der Fisch eigentlich seinen Namen hat, ist im Grunde sekundär. Viel wichtiger ist, wo man ihn findet. In meinem nächsten Blog, der den Titel „All About Fish“ trägt, gebe ich wertvolle Tipps rund um das Spiel gegen Fische: Wo findet man Fische? Woran erkennt man sie? Wie spielt man gegen sie?
So long,
shehata




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