Implied Pot Odds

Wenn man seine theoretische Ausbildung als Pokerspieler beginnt, kommt man um das Konzept von Odds und Outs nicht herum. Die 4-2 Regel steht meist im Mittelpunkt, doch auch abseits dieser gibt es fortgeschrittene Konzepte der Wahrscheinlichkeit, die vor allem für einen No Limit Texas Hold’em Spieler extrem wichtig sind. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit den Implied Pot Odds.

Ganz simpel ausgedrückt sind Implied Pot Odds, wie der Name bereits sagt, implizierte, sprich theoretische Pot Odds, die man während einer Hand bekommt. Das bedeutet, dass wir bei unserer Rechnung nicht nur das Geld berücksichtigen, welches bereits im Pot ist, sondern auch eine Überlegung darüber anstellen, wieviel Geld noch in den Pot gelangen wird.

Deswegen muss man Implied Pot Odds jedoch auch mit Vorsicht genießen, da man natürlich nicht einfach davon ausgehen kann, dass der Gegner uns immer komplett ausbezahlen wird, wenn unser Draw trifft. Gerade gegen tighte Rocks können wir uns fast nie Implied Pot Odds geben, da sie bei gefährlichen Boards geradezu einfrieren, wenn sie nicht selbst eine Nut-Hand halten. Loose-Passive Calling Stations sind die perfekten Gegner, um auch mal gegen die eigentlichen Pot Odds zu callen, da man davon ausgehen kann, dass der Gegner seine Top Pair Hände usw. auch beim Treffen eines Draws nicht folden wird.

Während man bei Flushes dieses Konzept mit Vorsicht genießen sollte, da mögliche Flush-Boards fast von allen Spielern mit Vorsicht behandelt werden, kann man sich bei Straight Draws oft sehr gute Implied Pot Odds geben, da unsere Made Hand viel besser versteckt ist und unsere großen Bets öfter vom Gegner gecallt werden. Weil beim No Limit Texas Hold’em gerade auf Turn und River die Bets sehr groß werden können, sollte man sich auf die Implied Pot Odds konzentrieren. Ein anderes Beispiel ist zum Beispiel ein ColdCall eines kleinen PocketPairs vor dem Flop gegen ein Openraise. Unser Play wird erst dadurch profitabel, dass wir bei einem Treffer oftmals einen großen Teil des gegnerischen Stacks gewinnen können. Demnach sind die Implied Pot Odds nicht nur der Quotient aus dem Geld im Pot und dem gegnerischen Einsatzes, sondern der Quotient aus bisheriger Potgröße + möglichen weiteren Einsätzen und dem Einsatz des Gegners.