Eddy Scharf vs. Finanzamt: Poker-Gewinne müssen versteuert werden!

Der ehemalige Poker-Pro Eddy Scharf hatte 2011 Klage gegen einen Steuerbescheid aus dem Jahr 2008 eingereicht. Scharf spielt schon seit mehr als 20 Jahren professionell Poker und sollte für seine “gewerbliche Tätigkeit” Steuern nachzahlen (wir berichteten). Nun hat das Finanzgericht Köln entschieden, dass das Finanzamt Recht hat und Scharf zahlen muss.

Scharf hatte argumentiert, dass seine Erfolge zum überwiegenden Teil auf Glück beruhen würden. Doch das Gericht schloss sich der Argumentation des Finanzamtes an und gab den Steuerbehörden recht. Die Gelder seien als gewerbliche Einkünfte zu betrachten und daher zu versteuern. Nimmt ein Spieler über einen längeren Zeitraum an namhaften Turnieren teil, so müssen Gewinne versteuert werden. Dieses Urteil dürfte nun als Basis bei weiteren gerichtlichen Auseinandersetzungen herangezogen werden.

Hier die Pressemitteilung des Finanzgericht:

Das Finanzgericht Köln hat heute entschieden, dass die Gewinne eines erfolgreichen Pokerspielers der Einkommensteuer unterliegen.

In dem Verfahren (Az.: 12 K 1136/11) hat ein Flugkapitän geklagt, der seit vielen Jahren an Pokerturnieren teilnimmt und in den letzten Jahren Preisgelder im sechsstelligen Bereich erzielt hat. Diese hat das Finanzamt in dem angefochtenen Steuerbescheid als Einkünfte aus Gewerbebetrieb besteuert. Es steht auf dem Standpunkt, dass Gewinne aus Pokerspielen nur bei einem Hobbyspieler steuerfrei seien. Betreibe ein Steuerpflichtiger das Pokerspiel dagegen berufsmäßig, so erziele er sowohl mit seinen Spielgewinnen als auch mit seinen Fernseh- und Werbegeldern steuerpflichtige Einkünfte.

In der mündlichen Verhandlung stritten die Beteiligten insbesondere darum, ob beim Pokern das Glück oder das Geschick überwiegt. Der Vertreter der Finanzverwaltung verglich das Pokerspiel mit einer sportlichen Auseinandersetzung, bei der derjenige mit den besten analytischen und psychologischen Fähigkeiten gewinne. Demgegenüber sagte der Kläger: “Jeder kann ein Pokerturnier gewinnen. Gerade die großen Turniere werden immer wieder von Anfängern gewonnen. Letztendlich entscheidet das Kartenglück“.

Der 12. Senat des Finanzgerichts ließ sich von den Argumenten des Klägers nicht überzeugen. Er wies die Klage mit der Begründung ab, dass Gewinne eines Pokerspielers jedenfalls dann der Einkommensteuer unterliegen, wenn er regelmäßig über Jahre hinweg erfolgreich an namhaften, mit hohen Preisen dotierten Turnieren teilnimmt. Es komme für die Beurteilung der Steuerpflicht nicht darauf an, ob der Erfolg beim Pokerspiel für einen Durchschnittsspieler oder bezogen auf ein einzelnes Blatt auf Zufallsergebnissen beruhe. Maßgebend sei, ob der Steuerpflichtige nach seinen individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit guten Erfolgsaussichten an renommierten Pokerturnieren teilnehmen könne und wiederholt Gewinne erziele.

Der 12. Senat hat gegen das Urteil die Revision beim Bundesfinanzhof in München zugelassen. Das schriftliche Urteil wird den Beteiligten demnächst zugestellt und auf der Homepage des Finanzgerichts Köln (www.FG-Koeln.NRW.de) veröffentlicht werden.

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Comments

  1. Igor Soukharyev says:

    DER RECHTSSTAAT WIRD BALD EIN MITGLIED DER BANDE.
    Wurde online-Poker immer noch nicht verboten? Aber er ist weder ein Glücksspiel, noch eine Sportart. In einer Sportart muss irgendwie “Fair Play” versorgt werden. An Spielen mit nicht voller Information kann nichts geprüft werden. Bei Glücksspielen garantiert ein Anbieter bestimmte Gewinnwahrscheinlichkeit, was bei online-Poker durch das Mythos über Geschicklichkeit dementiert ist. Bots sammeln alle Gelder ohne Rest. Einzige “Prominente” gewinnen was nach positiven Einstellungen eurer Konten, aber nur im Rahmen der Werbungsaktionen.
    Einfach umfassend: um im online-Poker zu gewinnen, haben viele die besondere mathematische, psychologische Talente. Aber ohne Einstellungen des Profiles auf “+” von IT-Personal des Anbieters gewinnt niemand. Wie im wahren Leben – von Talenten hängt nichts ab. Nur von Beziehungen, Positionen, Verwandschaft.
    Und die Rechtsstaaten haben diesen nackten Betrug noch nicht entdeckt? Natürlich, nein… Die Rechtsstaaten werden gerne Komplizen dieses betrügerischen Businesses. Katastrophe…

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