Das spannendste Thema nach dem Abschluss des PokerStars-Full Tilt Poker Deals ist und bleibt die Auszahlung der US-Spieler. Laut Pokerfuse möchte das US-Department of Justice (DoJ) dafür nun einen unabhängigen Dienstleister zu Hilfe ziehen. Der Dienstleister soll den ganzen Prozess entwerfen und ausführen sowie die 1,3 Millionen potentiellen US-Betrugs-Opfer zur Abgabe deren Ansrpüche auffordern und diese Ansprüche dann auch bewerten.
Laut DoJ stehen etwa 159 Mio Dollar für die Rückzahlung sofort zur Verfügung. Bis zum 31. August können sich Unternehmen beim DoJ für diese Aufgabe bewerben. Somit ist zu erwarten, dass die US-Full Tilt Kunden noch einige Zeit warten müssen, bis sie neue Informationen zur ihren Geldern bekommen.
Ebenfalls im Raum steht weiterhin die Frage was die US-Spieler denn ausbezahlt bekommen? Ihre gesamten Konto-Stand oder nur ihre Einzahlungen? Die Poker Players Alliance (PPA) hatte vergangene Woche dem DoJ ebenfalls Unterstützung bei der Rückzahlung angeboten. Die PPA setzt sich für die Auszahlung des kompletten Konto-Standes an die Spieler ein und nicht nur die Einzahlungen. Als PokerStars gewzungen wurde, sich vom US-Markt zurückzuziehen, durfte der Pokerraum den US-Kunden ihren kompletten Konto-Stand auszahlen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte das DoJ noch nicht den Wire Act aus dem Jahr 1961 so neu interpretiert, dass er nicht auf Online Poker sondern nur auf Sportwetten anzuwenden sei. Und Full Tilt Poker hatte ebenfalls nur Poker im Angebot. Argumente dagegen wären die Tatsachen, dass Online Poker Seiten wie Full Tilt Poker in den USA illegal seien und Gewinne sowie Verluste ungültig seien. Laut dem Full Tilt Anwalt Jeff Ifrah wollte PokerStars sich auch um die Auszahlung der US-Full Tilt Kunden selbst kümmern, bekam aber dazu vom DoJ nicht die Erlaubnis. Das DoJ wollte den Prozess bei sich behalten, ohne eine Angabe von konkreten Gründen. Ein Grund könnte sein, dass die US-Steuerbehörde ihre Finger im Spiel behalten möchte. Vielleicht werden auf die Gewinne in den Full Tilt Accounts noch Steuern von den Kunden verlangt?
Poker Pro Greg Raymer sprach sich eigentlich für die PPA als externe Unterstützung für das DoJ bei der Auszahlung der Spieler aus. Durch die PPA würden nicht so hohe Kosten generiert. Ein anderer externer Dienstleister würde sich seine Arbeit bestimmt besser bezahlen lassen, als die PPA. Aber die PPA habe nicht die Kapazitäten oder die Expertise um die Stellenausschreibung des DoJ zu erfüllen. Unklar ist auch was mit den Geldern ist, die Full Tilt Poker kurz vor dem Black Friday ohne Finanzdienstleister seinen Kunden gewährte. Gelder in Höhe von rund 130 Mio Dollar wurden damals in den Accounts angenommen ohne dass sie von den Konten der Kunden auch abgebucht wurden.
Zur gleichen Zeit bekam die Full Tilt Webseite auch endlich ein Update. Dort wurde die Meldung, dass die Seite und das Angebot down sind entfernt und es gibt ausführliche FAQs zum Deal.


