Gewinner und Verlierer des FullTilt-Deals: Dan Cates, bwin.party und natürlich PokerStars

Der Deal ist abgeschlossen. Full Tilt gehört nun zum Marktführer PokerStars. Die Spieler sollen ihre Gelder zurückbekommen und die Seite als Marke von PokerStars Ende Oktober wieder online gehen. Wir beleuchten zwei Tage danach Gewinner und Verlierer des Deals. Neben den Spielern, die endlich ihre Bankroll zurückbekommen und einddeutige Gewinner des Deals sind, gibt es noch andere:

Full Tilt Deal hilft PokerStars seine Marktführerschaft auszubauen

Die Seite eGamingReview bekam ein internes PokerStars Memo vom Chairman Mark Scheinberg in die Hände. In diesem wird klar, dass PokerStars den Deal nicht nur gemacht hatte, um sich in den USA von allen Anklagen reinzuwaschen und den Full Tilt Spielern zu helfen, an ihr Geld zu kommen. PokerStars ging es vor allem auch um den Ausbau der Marktführerschaft. Scheinberg bezeichnete in dem Memo den Deal mit dem US Department of Justice als eine einzigartige und aufregende Möglichkeit, die Reputation sowie die Position von PokerStars als weltweit führender Poker-Anbieter noch mehr zu stärken. Im gleichen Memo merkte der Finanzdirektor von PokerStars Michael Hazel an, dass man nun mehr als die Hälfte des weltweiten Online Poker Marktes kontrolliere.

Des einen Freud – des andern Leid

So sehr sich alle Poker-Spieler – egal ob Amateure oder Pros – über den erfolgreichen Deal auch freuen, gibt es auch eine andere Seite, die darüber nicht so begeistert ist: der Wettbewerb. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte gestern Quellen von bwin.party und 888 Holdings, die sich darüber ärgern, dass PokerStars nun durch die Kundentreue trotz eines Gesetzesbruchs großen Profit schlägt. Vor allem die Aktie von bwin.party fiel durch die Bekanntgabe des Deals auf einen historischen Tiefstand seit dem Merger zwischen PartyGaming und bwin: Am Mittwoch schloss die Aktie mit 95,9 pence und hatte somit in den letzten zwei Tagen 14 pence verloren.

David Jennings, ein Analyst beim irischen Broker Davy, glaubt, dass die Marketing Power von PokerStars Full Tilt wieder zur alten Stärke verhelfen wird. Dadurch stehen die Anzeichen für Gewinne im Poker-Segment für bwin.party weiter negativ.

Daniel “Jungleman12″ Cates

Daniel “Jungleman12″ Cates ist einer der Poker Pros, der die Nachricht vom erfolgreichen Deal und der bevorstehenden Rückzahlung mit besonderer Freude aufgenommen haben dürfte. Er hatte etwa 7 Mio Dollar auf seinem Full Tilt Account, als dieser durch den Black Friday gesperrt wurde. Insgesamt waren 80 Prozent seiner gesamten Bankroll bei Full Tilt. Cates hatte sogar mal eine Klage gegen Full Tilt in Betracht gezogen, sich aber dagegen entschieden, weil er weiterhin auf eine Lösung im Guten gehofft hatte. Es ging Cates nicht nur ums Geld. Durch das Aus von Full Tilt, ging auch viel Schwung bei ihm verloren, da er mit und auf Full Tilt immer viel Erfolg gehabt hatte. Cates soll sich nun angeblich in Gesprächen mit Tom “durrrr” Dwan über die Wiederbelebung der Durrrr Challenge befinden. Bei der damaligen Promo auf Full Tilt machte Tom „durrrr“ Dwan das Angebot, 50.000 Hände No Limit Hold’em oder Pot Limit Omaha gegen mutige Kontrahenten im Heads-Up zu spielen. Dwan bot seinen Gegnern 1,5 Mio Dollar an, falls sie auch nur einen einzigen Dollar nach den 50.000 Händen vorne lägen. Wenn Durrrr vorne läge, erhielte er von dem jeweiligen Gegner aber nur 500.000 $. Cates war einer der Gegner und gewann bis Ende März 2011 1,2 Mio Dollar bei der Durrrr Challenge. Trotz der fehlenden Bankroll konnte Cates weiter auf den höchsten Leveln Poker spielen. Cates wohnt inzwischen in Großbritannien, freut sich aber auf den Tag, an dem er wieder legal High Stakes Online Poker in den USA spielen darf.

Hat PokerStars ein Glaubwürdigkeitsproblem in Nevada?

Wie Cardplayer berichtet, dürfte sich die Rückkehr in die USA für PokerStars durch den Full Tilt Deal aber nicht so einfach gestalten. Der riesiege kombinierte Spielerpool der beiden Seiten wäre zwar für US-Staaten wie Nevada, die auf dem besten Wege sind, das Online-Glücksspiel zu regulieren, sehr attraktiv. Der Abgeordnete des Staats Nevada William Horne, der schon vor dem Black Friday viel mit PokerStars zusammengearbeitet hat, glaubt aber, dass das Unternehmen ein Glaubwürdigkeitsproblem in den USA hat – vor allem bei den Vertretern des Staates Nevada.

PokerStars hatte schon vor dem Black Friday viel Lobbyarbeit in Nevada betrieben, um Echtgeld-Poker zu legalisieren. PokerStars wollte so dringend nach Nevada, dass man sogar bereit gewesen wäre, 4 Prozent seines weltweiten Rakes an den Staat zu zahlen. Zudem ging PokerStars eine strategische Partnerschaft mit Wynn Casinos, der führenden Casino-Gruppe in Nevada, ein. Der Deal wurde nach der Anklage des PokerStars Gründers Isai Scheinberg wieder aufgelöst. Horne vermutet, dass PokerStars gegenüber den Vertretern des Staats Nevada damals nicht offen und entgegenkommend genug war. Vielleicht weil sie schon ahnten, was ihnen durch den Black Friday bevorsteht. Aber der Poker-Anbieter habe mit diesem Verhalten keine Brücken abgebrochen. Die Türen seien weiterhin offen.

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Comments

  1. John Johnsen says:

    Und ab wann kann ich jetzt wieder rush poker spielen?

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