Die Regulierungsbehörden der vier europäischen Länder Italien, Frankreich, Spanien und Portugal trafen sich für zwei Tage in Barcelona, um über mögliche Kooperationen zu verhandeln. Dabei ging es vor allem um die gemeinsame Nutzung von Informationen, die Zusammenlegung der Märkte und um einen einheitlichen Playerpool.
An dem Treffen, das schon am 19. und 20. Juni stattfand, waren die Regulierungsbehörden AAMS (Italien), ARJEL (Frankreich), DGOJ (Spanien) und SCML (Portugal) beteiligt. In den vier Ländern können Spieler nur gegen Spieler aus dem eigenen Land spielen. Also nie gegen Spieler aus dem Ausland. Auf Grund dieser Bestimmung gehen die Spielerzahlen seit Monaten und Jahren deutlich und stetig zurück. Somit finden gerade Profis oder Halbprofis nicht so viele Gegner online – zudem sorgt ein höhere Rake dafür, dass viele Spiele nicht mehr spielbar sind.
Laut der Pressemitteilung der ARJEL vom 11. Juli sollte das Treffen die operative Zusammenarbeit im Bereich der Regulierung und den Austausch von Informationen fördern. Man möchte über die Landesgrenzen hinaus zusammenarbeiten, ein gemeinsames Konzept erstellen sowie sich über Lizenzkriterien austauschen, um vor allem die Verbraucher vor Betrug, Sucht und kriminellen Machenschaften zu schützen.
Italien hat seinen Markt als Erstes reguliert. Man ging 2009 online und ermöglichte ab Mitte 2011 Cash-Games. Vor allem in den letzten 6 Monaten gingen die Spielerzahlen dramatisch runter. Frankreich regulierte Mitte 2010 Online Poker. Eigentlich können sogar nicht-Französische Spieler auf den .FR-Seiten spielen – doch wegen hoher Steuern verließen viele Anbieter den Markt und die verbliebenen beklagen die aktuelle Situation und den Spielerschwund. In Spanien wurde der Glücksspiel-Markt dieses Jahr am 5. Juni reguliert. Auch hier können ausländische Spieler die .ES-Seiten nutzen. Verwirrung und Unsicherheiten bei Thema Poker und Einkommensteuer haben zu enttäuschenden Zahlen und einem Rückkgang der Cash-Game-Zahlen geführt. In Portugal liegt die Lizenz für Lotto und Sportwetten eigentlich exklusiv bei der SCML. Doch die Urteile gegen fremde Glücksspiel-Anbieter werden kaum in die Praxis umgesetzt. So können die Portugiesen alle große Seiten wie PokerStars oder PartyPoker nutzen. Der Markt soll demnächst erst liberalisiert werden.
Im Dezember diesen Jahres will man sich zu weiteren Gesprächen wieder treffen.


