Kremser-Interview: EPT-Trennung und ein Fehler in Madrid

Thomas Kremser hatte es gestern angedeutet: in einem Exklusiv-Interview wollte er ausführlich Stellung nehmen zu den Vorwürfen der Seite PokerQ4 und auch Gründe für die Trennung von der EPT und PokerStars nennen. Aus dem geplanten Video-Interview wurde nun ein schriftliches. Und exlusives Medium für das Interview sind die Kollegen von Hochgepokert.com, genauer gesagt der Redakteur Götz Schrage (siehe rechts auf dem Bild mit Thomas Kremser, links).

Missverständnisse aufklären und Hintergründe geben

Kremser erklärt zuerst, warum er sich doch für ein schriftliches Interview entschieden hat: Für ihn war in diesem Fall ein “schriftliches Statement einfach der bessere Weg”, um Klarheit zu schaffen. Jeder Leser “soll sein eigenes Tempo bestimmen und auch die Fragen auswählen, die ihn interessieren.” Dann betont er noch, dass die Anschuldigungen der Seite PokerQ4 komplett ins Leere gehen. Deswegen möchte er zu PokerQ4 und dem Bericht selbst eigentlich gar keine Stellung nehmen, da dieser Bericht so absurd und haltlos sei. Er möchte in dem Gespräch aber die Chance nutzen, Missverständnisse aufzuklären und wahre Hintergründe zu manchen Themen geben.

Unerklärlicher Fehler bei EPT Madrid

Er gibt allerdings zu, dass an Tag 2 bei einem Sideevent der EPT Madrid ein bis heute unerklärter Fehler entdeckt wurde. Am Final Table waren noch vier Spieler übrig, die über einen Deal verhandelten. Dazu wurden die Jetons gezählt. Und nach der Zählung waren dann mehr Jetons im Spiel, als es eigentlich aufgrund des Prizepools hätten sein sollen. Dies wurde vom Floorman aufgenommen und PokerStars darüber informiert. Es wurde ein “gewaltiger Rechercheaufwand” ins Rollen gebracht, ohne dass der Fehler gefunden werden konnte. PokerStars, EPT und Kremser trafen dann eine gemeinsame Entscheidung: Die überzähligen Jetons sollten zum Preispool hinzugefügt werden, damit kein Spieler geschädigt wird. Auch die Spieler akzeptierten diese Lösung. Dieser Vorfall war absolut einzigartig und habe auch überhaupt nichts damit zu tun, dass die Wege von Kremser und der EPT sich trennten.

Neue Herausforderung, neue Chemie und verschiedene Ereignisse

Kremser habe nach 5 Jahren Casino Austria, 10 Jahren Concord Card Casino und 7 Jahren EPT einfach wieder nach neuen Herausforderungen gesucht. Was die neuen Herausforderungen dann aber genau sind, dazu kann und will Kremser noch nichts sagen. Ein Grund für eine Trennung, war aber laut dem Interview wohl auch eine Veränderung im EPT-Management. Kremser hatte fünf Jahre lange erfolgreich mit John Duthie bei der EPT zusammen gearbeitet. Als Duthie mehr in den Hintergrund gedrängt wurde und ein neues Management übernahm, wurde die Zusammenarbeit schwerer. Die Chemie zwischen Kremser und dem neuen Management stimmte nicht. Deswegen und da Kremser unabhängig bleiben wollte, lehnte er ein Angebot über eine exklusive Anstellung bei PokerStars ab. Nach der EPT Season 7 lief Kremsers Vertrag dann sowieso aus. Durch verschiedene Ereignisse, gab es dann keine gute Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit. Zu den verschiedenen Ereignissen gehörte, dass Pokerstars eine eigene Unterfirma mit Namen GPTL gegründet hatte, die dieselben Dienstleistungen anbietet wie Kremsers TK Poker Events. So wurde ihm klar, dass Pokerstars nicht mehr mit ihm über die Vertragsdauer hinaus plante. PokerStars hatte zudem hinter seinem Rücken Leute aus seinem Senior Management abgeworben, um sie bei der GPTL anzustellen.

Zum Ende des Interviews wünscht er der EPT und Pokerstars für die Zukunft alles Gute und betont auch, dass man im Guten auseinander gegangen sei und somit keine Tür für immer zu sei.

Das Interview in voller Länge findet sich bei den Kollegen von Hochgepokert.com

Comments

  1. Fred B says:

    I have been in the Poker business for 28 years…I have seen and experienced a lot. In my opinion Thomas Kremser is the number 1. He is the ultimate professional in all respects: competence, honesty, integrity,…I can go on and on!
    For nearly a decade Thomas Kremser has been superbly running and organizing the EPT events! Pleasing all the people involved…
    The world’s best players only have praise for him.
    Every professional knows that you must always “work for the camera”…meaning always work in a very open and transparent way. Especially if you are the number 1 in the business. It is absolutely ridiculous to think that Thomas Kremser would in any way ever taint his immaculate reputation…he has so many business connections and obligations, that he has no motivation whatsoever to endanger his leadership in the Poker industry.

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