Wenn man viele Hände hintereinander verloren hat oder wenn man beispielsweise die Konzentration verliert und Einsätze tätigt, die man sonst nicht gemacht hätte, dann sind das Anzeichen dafür, dass man heiss läuft.
Dafür gibt es die verschiedensten Gründe. Entweder stiehlt jemand die ganze Zeit Pötte, während man geduldig auf seine Karten wartet oder man regt sich über einen Spieler auf, der unsinnige Calls macht und dann mit purem Glück auf dem River gewinnt usw. Jeder, der schon etwas öfter Poker gespielt hat, kennt es und selbst bereits schon heiss gelaufen, vielleicht sogar ohne es zu merken.
Und das ist im Grund das Schlimmste, was einem Spieler passieren kann. Das sogenannte Endstadium, welches man „Tilt“ nennt – noch schlimmer, als wenn man nur noch schlechte Karten bekommt! Denn dadurch verliert man das meiste Geld.
Doch wie kommt es dazu und wie verhindert man es?
Dieser Zustand entsteht immer, wenn man verliert, denn wer verliert schon gerne. Verliert man aber häufig nacheinander, so wird einem der Ärger zum Verhängnis. Man erkennt das meist daran, dass man plötzlich nicht mehr fokussiert ist und unruhig wird, mit sich selbst redet und sich beispielsweise fragt, wie das sein kann, dass man soviel Pech hat! Viele zeigen es auch, indem sie sich anfangen wild über verlorene Hände aufzuregen.
Ein bekannter Satz aus der Pokerwelt passt daher besonders zum Thema „Tilt“: Profis gewinnen, weil sie gut verlieren können!
Die folgenden Tipps helfen dabei, nicht heiss zu laufen:
Man sollte sich auf das Spiel konzentrieren, welches vor einem liegt und nicht auf die verlorenen Hände, die hinter einem liegen. Natürlich muss man immer seine Fehler analysieren, doch dafür hat man auch noch nach dem Spiel genug Zeit. Und man sollte sich immer das Ziel vor Augen halten gutes Poker zu spielen. Denn selbst an Tagen, wo es nicht so läuft und man am Ende verliert, hat man mit guter Spielweise immer noch weniger verloren, als wenn man heiss gelaufen wäre! Und genau das macht den Unterschied aus.
Desweiten sollte man sein Spiel im langfristigen Zusammenhang sehen. Eine Fussballmanschaft, die sonst immer an der Spitze steht hat auch oft mal schwächere Phasen, doch dadurch entsteht bei starken Teams nicht gleich eine Krise, sondern Sie finden zurück zu ihrem A-Game. Langfristig. Denn die Qualität des Kaders besteht ja, stimmt es dann auch in der Auffassung und Verarbeitung von Rückschlägen und Niederlagen, so werden sie langfristig oben mitspielen.
Und man muss vor allem Verluste und Niederlagen einplanen! Professionelle Spieler haben dies in Ihre Erwartungen eingebaut und sehen das Pokern wie einen Job. Gewinnt man im Schnitt also an 6 von 10 Tagen, so ist man erfolgreich. Natürlich ist dieser Schnitt nicht optimal aber zumindest die richtige Denkweise, die langfristig zu einem erfolgreichen Spiel beiträgt.
Ansonsten sollte man auch einfach mal eine Pause einlegen, wenn man merkt, dass man anfängt mehr zu verlieren und zu emotional wird.