Was macht mich zum Winning-Player?

Worauf es ankommt, um zum konstanten Gewinner zu werden:

1) Spiele immer dein “A”-Game. Poker kann bei Zeiten psychisch sehr anstrengend sein und viele Spieler unterschätzen die mentale Komponente, die uns zu einem guten Spieler macht. Daraus resultiert oft der Gedanke, dass die Gegenspieler so schlecht und wir so gut sind, dass wir auch mit unserem B oder C Game auf einen grünen Zweig kommen – und das ist ein folgenschwerer Fehler!

Vor allem gewöhnt man sich an den Gedanken und ehe man es merkt, spielt man dauerhaft nur noch sein minderwertiges Spiel. Deswegen ist es wichtig in diesen Situationen eine Pause zu machen und erst wieder zu spielen, wenn man sicher ist, dass man sein A-Game abrufen kann.

2) “Spewen”, sprich unglaublich verrückte Bluffs zu ziehen und einfach den Gegner durch pure Aggression aus jeder Hand zu drücken, wird zu 100% irgendwann in einer Katastrophe enden. Aber auch aus Angst vor Raises seine guten Hände viel zu schwach zu spielen. Wenn man ein Set auf einem montonen Flop trifft und der Gegner die eigene Bet raist, setzt oft Angst ein, weil man sowieso schon einiges Down ist und jetzt den Gegner zu viel Credit gibt. Der einzig richtige Move in der Situation ist das Geld direkt reinzustellen. Ein Set ist egal auf welchem Flop unfoldbar – also rein damit und glücklich sein. Wenn man seine eigenen Hände durchschaut wird man oft sehen, dass in den schlechten Sessions zahlreiche Hände dabei sind, in denen man das Geld einfach nur aus dem virtuellen Fenster geworfen hat und das wird die Winrate immens beeinflussen.

3) Mache den Fehler eines Fisches nie korrekt! Wenn man ein Augenmerk auf Tableselection wirft (und als guter Spieler sollte man das tun) wird man die meiste Zeit mit Spielern am Tisch sitzen, die schlechter sind als man selbst. Diese Spieler werden sinnlose und verrückte Moves ansetzen und der Trick dabei ist sich diesen Spieler anzupassen und diese Fehler auszunutzen. Beispielsweise werden Fische oft limpen und versuchen günstig den Flop zu sehen – PreFlop Raises sind hier die korrekte Anpassung. Lass sie bezahlen, wenn sie folden sollten und mach ihr Play unprofitabel gegen dich.

Worauf es nicht ankommt:

1) Sogenannte “schwere Entscheidungen”. Wenn man mitten in einer Hand in eine Situation gerät, in der man einfach nicht weiß, was das beste Play ist, dann liegt das vermutlich daran, dass die Entscheidungen so nah beieinander liegen, dass es kaum einen Unterschied macht, ob man jetzt foldet, raist oder callt. Vielleicht verliert man auch einen riesen Pot weil man die vermeintlich falsche Entscheidung getroffen hat – wenn man jedoch den Erwartungswert jeder einzelnen Entscheidung anschaut, wird der Unterschied nur marginal sein. Deswegen sind sich in solchen Händen selbst die stärksten Spieler oftmals uneinig.

2) Kleine Details in eurem Play. Es macht kaum einen Unterschied, ob jemand jetzt JTo vom CO raist oder nicht. Es ist auch fast irrelevant ob man es für gut erachtet aus dem SB first in eher mit 89s oder mit K5o zu raisen. Es kann sein, dass die Erwartungswerte in diesen Situationen schwanken, aber Fakt ist, dass diese kaum eine Auswirkung auf eure Winrate haben werden. Worauf man achten sollte ist, dass man nur Hände spielt, wenn man sich mit ihnen auch wohl fühlt. Wenn man ein ungutes Gefühl hat A5s vom CO zu raisen um jemanden zu isolieren, dann kann man auch einfach folden. Lieber folden, als sich in einen Pot zu verwickeln, in den man von Anfang an überhaupt nicht reinwollte.

3) Marginale Situationen. Ihr werdet im Verlauf des Spiels in zahlreiche marginale Situationen kommen. Gerade mit TP Händen ist fast jede Turn Entscheidung marginaler Natur. Der Punkt ist, dass man fast in allen diesen Entscheidungen mit einem Fold keinen großen Fehler hat, da der Erwartungswert eines Folds immer Null ist. Wenn ihr jedoch mit eurem TP gegen ein Turn Raise broke geht, kann dies ein extrem großer Fehler sein, der eure Winrate ins Bodenlose zieht. Viele Spieler haben zwar Angst davor zu “weak” zu spielen, sodass der Gegner einen überrennt, jedoch muss dieser Gegner erst einmal damit anfangen und dann könnt ihr ihn mit Fallen überraschen. Deswegen ist gerade auf den kleinen Limits “weak sein” kein riesige Leak, das euch vom Winning zum Losing Player macht.

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