Reverse Implied Odd

Reverse Implied Odd ist ein Konzept von David Sklansky, welches er in seinem berühmten Pokerwerk “Theory of Poker” einführt und erklärt. Reverse Implied Odds oder kurz RIO bezeichnet ein Phänomen in einer marginalen Handsituation, in der man keine Initiative besitzt.

Beispielsweise coldcallen wir AJ im SB nach einem Openraise von MP. Der Flop geht mit A52r auf und wir c/c eine Bet. Jetzt kommt eine T auf dem Turn und wir bekommen nach einem check eine weitere Bet. Jetzt sitzen wir mehr oder weniger in der Patsche, weil unser Gegner die Kontrolle über das Setzen im Pot hat und es für uns wahnsinnig schwer wird zu folden, aber auch extrem schwer ist überhaupt Value zu extrahieren. Versuchen wir hier zu raisen, werden wir uns zu 100% von allen schwachen Händen isolieren und nur Action von Händen bekommen, gegen die wir weit hinten sind (AK und AQ zum Beispiel).

Genau hierbei handelt es sich um eine RIO Situation. Entweder wir gewinnen das Minimum mit unserer Hand, weil der Gegner nach einem weiteren Call beispielweise einfach behindchecken würde und wir keine weiteren Bets kassieren, oder aber wir verlieren einen großen Pot, weil wir immerhin TPGK haben, jedoch überhaupt keinen Anhaltspunkt über die Hand des Gegners besitzen.

Wenn ihr euch also in einer Hand befindet, in der ihr eher callen als betten oder check-folden wollt, dann ist das schonmal ein guter Anhaltspunkt, dass ihr in einer RIO-Situation ist. Deswegen ist es wichtig schon vorher zu überlegen, ob man in eine RIO-Situation geraten könnte, damit man sich auf späteren Streets bares Geld sparen kann. Sowohl IP als auch OOP sind diese Situationen die kompliziertesten im Poker, da man einfach nicht weiß wo man steht, weil man weder Kontrolle im Pot, noch die Initiative an einem Punkt in der Hand übernommen hat. Man spielt sozusagen Ratespielchen und als guter Pokerspieler will man nie handeln ohne genau zu wissen, warum man so oder so handelt.

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