Sind wir am River angekommen, steht uns die teuerste Entscheidung der Hand bevor. Meistens sind die River Entscheidungen jedoch nicht klar, da wir oftmals unsere sehr guten Hände bereits vor dem Flop ge3bettet haben und so meist spätestens am Turn AllIn sind, da die Einsätze auf Flop und Turn zusammengerechnet bereits unsere Standard 100bb Stacks übersteigen.
Das heißt, dass wir öfter mit marginaleren Situationen konfrontiert werden – TPTK zum Beispiel. Gerade auf den Micro-Limits sind diese Bets jedoch pures Value, weswegen man lernen muss dünnere ValueBets am River zu setzen. Spielt der Gegner zum Beispiel auf einem K5T28 Board jede einzelne Street c/c, sollten wir an dieser Stelle mit AK auch am River eine Bet setzen, wenn zu uns gecheckt wird. Der Gegner wird hier öfters mit schwächeren Kings, teilweise sogar noch mit verrückten Sachen wie QT oder AT callen, da schlechte Spieler einfach zu gerne callen, uns nie eine Hand glauben und deswegen den Showdown sehen wollen. Natürlich sollten wir unsere Hand jedoch folden, wenn der Gegner ein Raise ansetzt. Nur die wenigsten Gegner sind in dieser Situation in der Lage einen check-raise am River als Bluff zu spielen.
Wird das Board koordinierter, können wir mit einer Hand wie TopPair oftmals noch eine Blockbet (1/3 – 1/2 Pot) setzen und gegen ein Raise folden. Auch wenn diese Bet offensichtlich Schwäche beziehungsweise Unsicherheit unsererseits zeigt, wollen die wenigsten Spieler ihre marginaleren Hände in einen Bluff verwandeln und uns aus dem Pot raisen. Sie werden viel eher callen oder folden.
Bluffs am River sind gerade für Anfänger nicht zu empfehlen, da die Erfahrung in diesen Spots fehlt. Da man immer darauf achten muss, dass unsere “Geschichte” auch Sinn macht, sind die Spots in denen ein Bluffpush am River sinnvoll ist eher selten und auch sehr schwer von schlechten Spots zu unterscheiden. Wenn wir also unseren FD am Flop und Turn anspielen und am River nun nur noch mit A high dastehen, ist es hier in den meisten Fällen einfach die beste Entscheidung den River aufzugeben.
Fancy Plays wie bet Flop, bet Turn, check-raise River sehen zwar immer sehr spektakulär aus, sind aber ohne große History mit dem Gegner meist der bet-bet-bet Variante unterlegen. Gerade auf den MicroLimits ist der PlayerPool so riesig, dass wir selten mit den gleichen Spielern mehrmals am Tisch sitzen und so kaum History entwickeln können. Das bedeutet für uns, dass wir unsere starken Hände einfach immer durchbetten und erst vom Gaspedal treten sollten, wenn wir ein Raise kassieren. Tritt dies ein, müssen wir unsere Hand neu evaluieren und je nach Gegner entscheiden, wie wir weiter verfahren.