Zunächst einmal sollte gesagt werden, was hier mit 3-Bets gemeint ist. Eigentlich ist es nur ein anderes Wort für einen Reraise, bei dem insgesamt 3 Wetten gemacht werden. Also eine Bet, ein Raise und dann ein Reraise.
Nun kommen wir zu dem „Light“. Normalerweise greifen die meisten Spieler nur einen Reraise zurück, wenn sie eine sehr starke Hand haben, also im großen und ganzen QQ, KK, AA oder AK. Wenn man nun „light“ spielt, dann reraist man auch mit einer weiteren Range von Händen, beispielsweise AQ, Pocket Pairs oder Suited Connectors.
Des Weiteren stellt sich die Frage, welchen Sinn eine 3-Bet Light überhaupt hat. Hier gibt es ein paar gute Antworten, am häufigsten vertreten sind der Aufbau und die Pflege eines Images sowie die Möglichkeit durch Continuation Bets bzw. Calls den Pot anzufüttern.
Viele Spieler sind der Meinung, dass es stark ist mit einem Combo Draw zu pushen, damit man seine fertigen Sets genau so spielen kann und den Gegner so an der Nase führen kann. Das ist ein Irrtum, gute Spieler werden genau beobachten was du spielst und sich von solchen Sachen nicht ins Bockshorn jagen lassen. Und schlechte Spieler werden einfach nicht Folden. Zudem sind die meisten Gamer nicht mutig genug ihre Sets schnell zu spielen. Wenn man 3-Bet Light wirklich in sein Programm einbaut, dann wird sich die Sichtweise der anderen Spieler ändern. Wenn man beim Showdown 97s zeigt nachdem man Preflop eine 3-Bet gespielt hat, dann wirkt man vielleicht wie ein Maniac – aber die Gegner wissen immer noch nicht genau wie sie reagieren sollen. Mittelfristig werden sie weitaus öfter callen, daher sollte man die Frequenz der eigenen Reraises etwas drosseln.
Nun zu dem Punkt, dass Continuation Bets automatisch mehr Profit bedeuten. Jeder kennt das, wenn man vor dem Flop raised und dann eine cbet spielt, dann bekommt man es mit Bottom Pairs, Gutshots und weiterem Zeug zu tun und man steht am Ende doch nur mit AK da. In RR Pots läuft der Hase aber anders. Jeder setzt dich sofort auf AA wenn du eine cbet platzierst. Die Spieler callen Preflop weil sie denken sie haben implied odds oder sie versuchen einen guten Flop mit 76s oder 33 zu treffen. Aber sie checken oder folden jeden Flop, außer sie haben einen Drilling oder zwei Paare oder so etwas.
Es ist dabei extrem wichtig, dass sie bei cbets bei schon gereraisten Pots nicht so viel setzen, wie sie es bei einem normalen Pot tun würden. Die cbets sollten zwischen 50% und 66% des Pots betragen und nicht größer sein. Das hat zwei mögliche Gründe: In den meisten Fällen hat man nur Luft in der Hand wenn man 3-Betting Light spielt und verliert daher nicht so viel wenn man weniger wettet. Hat man aber eine sehr gute Hand und man setzt geschickt entsprechend bei einem guten Stack/Pot-Verhältnis, dann bekommt man häufig ein All-In wenn man nicht ganz so hoch setzt.
Natürlich stellt sich nun die Frage gegen wen man mit welcher Hand und aus welcher Position heraus lighte 3-Bets probieren sollte.
Man kann hierbei gar nicht genug betonen wie wichtig Reads sind. Zuerst einmal muss man wissen, wie leicht jemand zu raisen ist. Es bringt nichts jemanden zu reraisen, wenn der erste Raise von einem 11/3 Preflop-Spieler kommt oder sogar von einem 60/5-Preflop-Gamer. Der Spielertyp den man haben will ist 30/20 oder sogar 22/17. Auf der anderen Seite sind 70/50-Gegner auch nicht das Wahre, sie raisen / callen zu schnell und folden auch die cbets nicht, so dass man hier nicht gerade auf lighte 3-Bets setzen sollte.
Zudem sollte man versuchen herauszufinden, welche Calling Range der Gegner für 3-Bets hat und wie oft er nach einem Call vor dem Flop auch nach diesem noch aktiv wird. Wenn Ihr auf Spieler trefft, die Preflop oft callen und nach dem Flop langsam spielen oder folden, dann spielt 3-Bets gegen sie. Neigt euer Gegner hingegen zu vielen 4-Bets und spielt eine Menge Bluffs als c/r bei vielen Flops, dann sollte ihr gegen ihn die Finger vom 3-Bet Light lassen.
Was die Hände angeht, so beantwortet schon die Logik diese immens wichtige Frage. Man sollte nur mit solchen Händen eine 3-Bet angehen die eine Chance haben einen großen Pot zu gewinnen, beispielsweise 89s, 44 oder Hände wie AQ sowie KQs. Genau so wichtig ist natürlich auch die Position. Leute die im Button sitzen raisen weitaus öfter als Spieler UTG . Zudem kann man wenn man in der entsprechenden Position ist den einen oder anderen Pot erst einmal durchchecken bevor man zu einer Bet ansetzt.
Zu erwähnen ist noch, dass es für ein gutes 3-Betting Light wichtig ist RR Pots gut zu spielen. Man braucht gute Reads, man muss sein eigenens Image und das Zustandekommen des momentanen Pots verstehen. Das erlernt man nur auf eine Weise: Spielen, spielen, spielen und Erfahrungen sammeln. Eventuell sollte man am Anfang erstmal ein Limit nach unten wechseln um scared money zu vermeiden. Wird die Technik beherrscht führt sie zu vielen billigen Profiten, auch wenn es nicht spektakulär ist – denn im Idealfall folded euer Gegner nach eurer 3-Bet.