Poker-Ratgeber für Anfänger

Poker Anfänger GuideGeht es Ihnen auch so? Sie haben durch ein spezielles Ereignis ihre Liebe fürs Pokerspiel entdeckt? Startet man eine Umfrage unter den Pokerspielern, wie sie das Spiel für sich entdeckt haben, geht es vielen auch so. Die einen wurden durch Chris Moneymakers WSOP Main Event Sieg im Jahr 2003 inspiriert, als sich das erste Mal ein Amateur für knapp 40 Dollar online für das wichtigste Pokerturnier des Jahres qualifizierte und es am Ende auch für ein Preisgeld von 2,5 Mio. Dollar gewann. Andere nennen den James Bond Film „Casino Royale“ aus dem Jahr 2006 als Inspiration. Die Szene, in der Bond bei einem wichtigen Poker-Turnier gegen den Bösewicht Le Chiffre spielt, sorgte ebenfalls für einen großen Poker-Boom. Doch wie gehe ich vor, wenn ich eines Tages auch so erfolgreich und mit viel Spaß pokern möchte, wie Moneymaker oder James Bond? Poker.de hat in seinem Poker-Ratgeber für Anfänger die wichtigsten Tipps für Neulinge zusammengetragen.

Texas Hold’em

Poker Anfänger GuideWer ein neues Hobby beginnt, muss sich erst einmal mit den Regeln vertraut machen. So auch beim Poker. Die meisten Leute, die heute von Poker sprechen, meinen die Variante Texas Hold’em. Texas Hold’em ist die weltweit mit Abstand beliebteste Pokervariante. Alle großen Online- und Live-Turniere werden werden in diesem Format ausgetragen. Texas Hold’em wurde 1967 in den Casinos in Las Vegas von einer Gruppe von texanischen Pokerspielern eingeführt. Der Poker-Boom im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts mit zahlreichen TV-Übertragungen und mit dem Aufstieg des Online-Poker brachten das Format auf seinen Höhepunkt. Texas Hold’em eignet sich gut für Anfänger, da die Grundregeln sehr einfach sind. Zudem findet man bei dieser Variante sowohl online als auch live immer die meisten Mitspieler.

Beim Texas Hold’em erhält jeder Spieler zwei Karten, die sogenannten Hole Cards. Dann werden noch fünf weitere Karten offen ausgeteilt, die Gemeinschaftskarten. Erst drei auf einmal (Flop), dann eine (Turn), und schließlich noch eine (River). Jeder Spieler kann nun in einer komplett freien Kombination aus seinen zwei Handkarten und den fünf Gemeinschaftskarten, die beste Pokerhand bestehend aus fünf Karten bilden.

Zwischendurch finden vier Setzrunden statt, in denen die Spieler Chips oder Geld auf ihre Karten setzen können. Damit Spieler nicht nur darauf warten können, ein gutes Blatt bekommen, gibt es die sogenannten Zwangseinsätze, Small und Big Blind. Diese Einsätze müssen die beiden Spieler nach dem Kartengeber blind bezahlen. Wer der Kartengeber ist, wechselt im Uhrzeigersinn von Hand zu Hand. Der Dealer Button markiert in jeder Runde den jeweiligen Kartengeber. Der Big Blind ist doppelt so groß ist wie der Small Blind.

Den Anfang macht die sogenannte Preflop-Runde. Danach wetten alle am Tisch zum ersten Mal. Danach wird der Flop ausgeteilt. Nach einer weiteren Wettrunde folgt der Turn. Und dann folgt nach der dritten Wettrunde der River. In der finalen Wettrunde wird dann der Sieger der Hand ermittelt. Beim Showdown müssen alle Spieler, die noch im Spiel vertreten sind, ihre Karten aufdecken um herauszufinden, wer die beste Hand hält. Der Spieler mit dem besten Blatt gewinnt die Spielrunde und den Pot.

Pokerhände

Poker Anfänger GuideEine Pokerhand besteht aus fünf Karten, die zu einem Blatt mit einem bestimmten Wert geformt werden können. Hier eine Übersicht aller Pokerhände:

Royal Flush: Der Royal Flush ist die beste Hand beim Pokern. Sie besteht aus der Straße mit 10, Bube, Dame, König und Ass, wobei alle Karten dieselbe Farbe haben müssen, also Pik, Kreuz, Karo oder Herz.

Straight Flush: Die zweitsbeste Pokerhand wird Straight Flush genannt. Diese Hand ist ein Straße aus fünf aufeinanderfolgenden Karten in einer Farbe.

Poker/Vierling: Beim Vierling, auch Poker genannt, müssen Sie vier Karten mit demselben Wert sammeln, also z.B. aus vier Könige.

Full House: Das Full House besteht aus einem Drilling und einem Paar. Bei zwei Full House entscheidet zunächst der höhere Drilling und dann das höhere Paar.

Flush: Wenn Sie einen Flush haben, halten Sie fünf Karten einer Farbe. Wenn zwei Spieler eine Hand mit einem Flush haben, gewinnt der Spieler mit den höheren Karten.

Straße: Eine Hand mit fünf aufeinanderfolgenden Karten bilden eine Straße. Haben zwei Spieler eine Straße, gewinnt der Spieler mit den höheren Karten. Ein Ass kann sowohl als 1 vor 2 bis 5 als auch nach 10, Bube, Dame und König eine Straße bilden.

Drilling: Um einen Drilling zu erzielen, müssen Sie drei Karten eines Werts halten. Wenn zwei Spieler einen Drilling mit dem gleichen Wert haben, wird der Siege durch den Wert der höchsten Beikarte ermittelt.

Zwei Paare: Recht häufig gibt es beim Poker zwei Paare. Wenn zwei oder mehr Spieler zwei Paare halten, entscheidet das höhere Paar. Danach vergleicht man die kleineren Paare. Sind diese auch gleich, wird der Sieger durch die Höhe der Beikarte ermittelt.

Paar: Ein Paar halten Sie, wenn Sie zwei Karten mit demselben Wert besitzen. Haben zwei oder mehr Spieler ein Paar mit dem gleichen Wert, entscheiden die Beikarten, auch Kicker genannt.

Höchste Karte: Wer gar nichts getroffen hat, also nicht mal ein Paar, bei dem zählt „nur“ die höchste Karte.

Grundbegriffe

Beim Pokerspiel werden zahlreiche Fachbegriffe verwendet. Die meisten Begriffe stammen aus dem Englischen, welches Amtssprache beim Poker ist. Die wichtigsten Begriffe sind sicher diejenigen, die in einer Setzrunde benutzt werden.

<>Bet: Wenn ein Spieler Chips oder Geld setzt, macht er eine Bet.

Call: Wenn ein Spieler eine Bet zahlt und mitgeht, dann macht er einen Call.

Raise: Wenn ein Spieler erhöht, dann macht er ein Raise.

Re-Raise: Wenn ein Spieler erhöht, nachdem ein Gegner zuvor schon erhöht hat, dann macht er ein

Fold: Wenn ein Spieler seine Karten ablegt, also die aktuelle Hand nicht mehr mitspielt, macht er einen Fold.

Check: Wenn ein Spieler schiebt, ohne etwas zu setzen, dann macht er einen Check.

SNGs oder MTTs?

Die Pokervariante Texas Hold’em können Sie grundsätzlich auf drei Arten spielen: Als Cash oder Ring Game, Sit 'n' Go (SnG) oder Multi-Table Turnier.

Bei Cashgames spielen die Teilnehmer um echtes Geld. Die Mitspieler kaufen sich an einen Tisch ein und können jederzeit neues Geld mit an den Tisch bringen. Hier dürfen sie nur die festgelegte Höchstgrenze für den Buy-in nicht überschreiten. Sie können auch jederzeit mit ihrem aktuellen Geld wieder vom Tisch aussteigen. Die Blinds bleiben beim Cashgame immer gleich hoch.

Ein Sit 'n' Go-Turnier startet dann, wenn sich eine festgelegte Anzahl von Spielern für das Turnier registriert hat. Ein Sit 'n' Go erfordert nicht so viel Zeit wie große Turniere, da hier normalerweise nur ein Tisch gespielt wird. Ein MTT oder Multi-Table-Tournament ist ein Turnier, welches anfangs an mehreren Tischen ausgetragen wird, da sehr viele Spieler daran teilnehmen. Im Laufe der Zeit scheiden Spieler aus und die verbliebenen Spieler werden auf frei gewordene Plätze anderer Tische verteilt. Dieser Vorgang geht so lange, bis nur noch ein Tisch übrig ist, der Finaltisch. An diesem wird letztendlich der Sieger ermittelt. Bei Sit 'n' Go- und MTT-Turnieren steigen die Blinds mit längerer Spieldauer.

Live oder online?

Hat ein Spieler sich mit den Grundregeln von Texas Hold’em und den Grundbegriffen vertraut gemacht, gilt es eine weitere Frage zu klären: Wo will ich spielen? Live oder online?

Gegenüber dem Live-Poker hat Online Poker zahlreiche Vorteile. Für Online Poker braucht man nur einen PC mit Internetanschluss. Die Anreise zu einer Spielbank entfällt genauso wie die Wahl des richtigen Dresscodes. Auch muss man sich nicht nach Öffnungszeiten des Casinos richten, sondern kann zu jeder Tageszeit online gegen andere Spieler pokern. Für Anfänger eignet sich eine Online Pokerseite auch noch aus weiteren Gründen: bei jedem Anbieter bekommen Neulinge für ihre erste Echtgeld-Einzahlung einen kostenfreien Bonus. Wer beispielsweise 50 Euro einzahlt, bekommt oft noch einmal genau den gleichen Betrag als Bonus dazu. Allerdings muss der komplette Bonus erst nach und nach freigespielt werden. Zudem kann man beim Online Poker erstmal mit ganz kleinen Einsätzen von z.B. € 0,01/€ 0,02 anfangen. Oder man kann sogar in Freerolls, das sind Turniere bei denen keine Startgebühr verlangt wird, erste Erfahrungen sammeln.

Ein weiterer Vorteil von Online Poker Räumen ist die Tatsache, dass Anfänger ihr Pokerkönnen und das Spiel erst mal um Spielgeld testen können. Zum Vertrautmachen mit dem Poker allgemein und dem Online Spiel im Speziellen gibt es kaum eine bessere Möglichkeit. Hier riskiert der Anfänger noch nicht sein eigenes Geld. Doch Achtung: Bei Spielgeld ist die Stärke der Gegner doch sehr begrenzt und auch deren Sinn für die Ernsthaftigkeit. Der Umstieg auf Echtgeld Poker kann dann noch einmal eine Herausforderung bedeuten.

Windows, Mac oder Mobile?

Wie schon erwähnt, benötigt der Spieler für Online Poker nur einen PC mit Internetanschluss. Die deutschen Spieler haben dabei im Jahr 2017 eine riesige Auswahlmöglichkeit an Online Poker Anbietern. Viele Räume ermöglichen es ihren Kunden, auch über mobile Apps für Tablets wie iPad oder Smartphones wie iPhone zu jeder Zeit und von überall an den virtuellen Tischen Platz zu nehmen. Das gleiche gilt für Besitzer von mobilen Android-Geräten. Einige Online Pokerräume können allerdings nur von Windows-PCs genutzt werden. Hier gibt es für Benutzer von Mac-PCs genauso wenig eine Software wie für mobile Spieler.