Die wichtigste Poker-Turnierserie der Welt: Die World Series of Poker (WSOP)

WSOP - World Series of PokerJeder Pokerspieler hat den Traum, einmal beim größten und wichtigsten Turnier der Welt mitspielen: der World Series of Poker (WSOP) in Las Vegas. Die WSOP ist seit Ewigkeiten für viele Fans der Inbegriff des Pokerns. Die erste WSOP wurde 1970 gespielt. Bis zum Jahr 2004 war das Binion’s Horseshoe Austragungsort der WSOP. Im Jahr 2005 zog die Turnierserie ins Rio All-Suite Hotel and Casino um, wo heute noch gespielt wird. Im Sommer 2017 fand schon die 46. WSOP statt. Doch wie fing alles an?

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Geschichte der WSOP

WSOP - World Series of PokerDie Idee für die WSOP stammt schon von Anfang der Fünfzigerjahre. Damals veranstaltete der Kasinomagnat Benny Binion, als Touristenspektakel gedacht, ein High-Stakes-Match zwischen Nicholas „Nick the Greek“ Dandolos und Johnny Moss, welches fünf Monate andauerte. Das Ziel: den besten Pokerspieler der Welt zu ermitteln. Nach dem Marathon-Spiel ging Binion die Idee einer festen Turnierserie nicht mehr aus dem Kopf. Nachdem früher nur Cashgames gespielt wurden, folgten etwas später die Freeze-out-Turniere. Mit dem Konzept, dass alle dieselbe Anzahl von Chips erhalten und die Blinds nach und nach steigen, konnte Benny Binion seinen Traum verwirklichen. Als im Jahr 1969 ein Cashgame-Turnier, welches eine Woche lang andauerte, bei Spielern und Zuschauern ein großer Erfolg wurde, stand der ersten WSOP im darauffolgenden Jahr nichts mehr im Wege.

1970: Erste WSOP mit sieben Spielern

WSOP - World Series of PokerAn der ersten World Series of Poker 1970 nahmen ganze sieben Spieler teil. Es wurde „nur“ der Main Event gespielt. Sieger wurde nicht der Spieler mit dem meisten Geld, sondern derjenige, der von seinen Mitspielern dazu gewählt wurde. Im Jahr darauf wurden dann insgesamt fünf Turniere gespielt und der Weltmeister wurde im Freeze-out ermittelt. Von Jahr zu Jahr wurden es dann mehr Spieler und mehr Events. 1973 waren erstmals auch TV-Kameras anwesend. Der Pokerprofi Eric Drache, der 1973 zum WSOP Turnierdirektor ernannt wurde, führt in dieser Zeit auch die ersten Satellites ein, die zu einem enormen Wachstum der World Series of Poker in den nächsten drei Jahrzehnten führten.

1976: Erste Bracelets werden vergeben

Im Jahr 1976 gab es für die Turniergewinner zum ersten Mal ein Bracelet. Davor hatte es für die Sieger Trophäen, Pokale und Teller gegeben. Im Jahr 1979 schaffte die WSOP ihren großen Durchbruch. Der Fernsehsender CBS berichtete regelmäßig über den Main Event und mit über 50 Teilnehmern gab es zum allerersten Mal auch mehr als eine halbe Million Dollar an Preisgeldern zu gewinnen. Legendäre Spieler wie Doyle Brunson, Stu Ungar, Amarillo Slim und Jack Straus trugen sich in dieser Zeit in die Siegerlisten ein.

1979: Erster Amateur gewinnt Main Event

Im Jahr 1979 gewann mit Hal Fowler zum ersten Mal ein Amateur das Main Event. Erst im Jahr 1999 gelang Noel Furlong wieder ein solcher Amateursieg. 1991 wurde Brad Daugherty der erste Spieler, der in einem Pokerturnier 1 Mio. Dollar gewann. Die Hole-Card Kamera Technologie, mit der man in TV sehen konnte, welche Karten die Spieler am Tisch haben, wurde beim WSOP Main Event 2003 eingeführt.

2006 erreichte die Zahl der Teilnehmer beim Main Event 8.773 Spieler, die bis heute bestehende Höchstmarke für ein Casino-Turnier. Der Sieger, Jamie Gold, gewann das größte Preisgeld er Geschichte des WSOP Main Events: 12 Mio. Dollar. Das größte Preisgeld in der Geschichte der World Series of Poker holte sich aber 2012 der US-Poker-Profi Antonio Esfandiari. Er gewann für mehr als 18 Mio. Dollar das „Big One for One Drop“ mit einem Buy-in von 1 Mio. Dollar.

Seit dem Jahr 2008 gibt es beim Main Event die November Nine. Der Finaltisch endet im Juli und wird erst im November zu Ende gespielt. Als Gründe für diese Verlegung wurden die Hitze im Sommer sowie besserer Übertragungsmöglichkeiten des Fernsehsenders ESPN angegeben.

Der wichtigste Main Event der WSOP: Aus 39 Dollar werden 2,5 Mio. Dollar

Schon immer war der Main Event nicht nur das wichtigste Turnier der World Series of Poker, sondern auch des Poker-Jahres. Doch ein Main Event war wohl das wichtigste Turnier der Poker-Geschichte. Mit dem Main Event der 34ten World Series of Poker im Jahr 2003 wurde ein Spiel, das bis damals meistens von wenigen Männern in verrauchten Hinterzimmern gespielt wurde, ins Rampenlicht der Öffentlichkeit gebracht. Ein einzigartiger Boom wurde entfacht. Schuld an diesem Boom war der 28-Jahre alterAmateur namens Chris Moneymaker aus Atlanta.

Moneymaker war selbst erst kurz vor der WSOP 2003 durch den Film “Rounders” zum Pokern gekommen. Im Jahr 2003 gab es erstmals die Möglichkeit, sich online für den Main Event zu qualifizieren. Und so spielte auch Moneymaker online für den Einsatz von 39 Dollar bei einem Main Event-Satellite mit. Der Gewinner dieses Turnier konnte die Teilnahme an einem weiteren Satellite erreichen. Die Top 3 dieses zweiten Satellites bekamen dann einen Platz beim WSOP Main Event. Moneymaker wusste gar nicht, dass das Turnier ein Satellite war und dass der Hauptpreis die Teilnahme am Main Event war. In dem zweiten Satellite versuchte er sogar, zuerst Vierter zu werden, da dieser Platz mit 8.000 Dollar belohnt wurde. Doch sein Freund David Gamble überzeugte ihn davon, um mehr zu spielen. Und er schaffte es unter die Top 3.

Moneymaker war dann einer von 839 Startern beim Main Event. Auf den Sieger warteten 2,5 Mio. Dollar Preisgeld. Und es kam, wie es kommen musste: Der Amateur Moneymaker zockte alle Profis ab und sicherte sich den Sieg beim Main Event. Der Erfolg von Moneymaker, genannt “Moneymaker Effect” wurde vielen erst ein Jahr später so richtig klar, als 2.576 Teilnehmer beim WSOP Main Event mitspielten.

Ableger der WSOP: WSOPE, WSOP APAC und WSOP Circuit

Mit wachsendem Erfolg der Haupt-Turnierserie im Juni und Juli in Las Vegas kam der Veranstalter der WSOP, Harrah's Entertainment, auf die Idee, Ableger des Turniers in den USA und aller Welt zu veranstalten. So ging die World Series of Poker Circuit Events im Jahr 2005 an den Start. Der Hintergedanke war dabei, mit den Circuit Turnieren Werbung für die Marke WSOP zu machen. Die Turniere, deren Buy-In einheitlich bei 10.000 Dollar liegt, finden über das ganze Jahr verteilt in vielen verschiedenen Bundesstaaten der USA statt. Der Sieger eines Circuit Tournaments erhält nicht nur einen goldenen Ring, sondern auch ein Teilnahme Ticket zum WSOP Tournament of Champions, bei dem alle Gewinner der Turniere gegeneinander antreten und um ein Bracelet spielen.

Außerdem wurden mit der World Series of Poker Europe (WSOPE) im Jahr 2007 und der World Series of Poker Asia Pacific (WSOP APAC) im Jahr 2013 zwei weitere Turnierformate gestartet. Nachdem die ersten WSOP Europe Turniere in London veranstaltet wurden, wechselte der europäische WSOP-Ableger dann 2011 ins Le Croisette Casino Barrière im französischen Cannes. Nach nur zwei Jahren wurde der Standort erneut gewechselt und in Enghien-les-Bains im Norden von Paris gespielt. Im Jahr 2015 gab es die erste World Series of Poker Europe in Deutschland, in der Spielbank Berlin, dem Casino mit dem größten Pokerfloor Deutschlands. Fortan soll das Turnier alle zwei Jahre und an wechselnden Standorten in Europa ausgetragen werden.

Das erste Turnier der World Series of Poker APAC, dem asiatischen Ableger, wurde im April 2013 im australischen Melbourne im Crown Casino gespielt, wobei es insgesamt fünf Bracelets zu gewinnen gab. Im Jahr 2014 folgte das zweite Turnier, bei dem wiederum in Melbourne gespielt wurde. Wegen des deutlich umfangreicheren Turnierprogramms konnten dabei sogar 10 Bracelets gewonnen werden. Im Jahr 2014 beschloss man bei Harrah's Entertainment schließlich, die WSOPE im Wechsel mit der WSOP Asia im jährlichen Wechsel zu veranstalten. So wird nun in Europa in Jahren mit ungeraden Zahlen und in Asien bei allen geraden Jahreszahlen gespielt.

Die wichtigsten WSOP Bracelet-Gewinner

Es gibt zahlreiche Spieler, die mit ihren Erfolgen die WSOP geprägt haben. Absoluter Rekordhalter ist der US-Poker-Profi Phil Hellmuth. Er holte sich bei der WSOP 2017 schon sein 14. Bracelet. Den Main Event konnte er einmal gewinnen. Hinter ihm folgen legendäre Spieler wie Doyle Brunson, Johnny Chan und Phil Ivey, die jeweils zehn Turniere gewinnen konnten. Spieler wie Johnny Moss, Doyle Brunson und Johnny Chan konnten den Main Event zweimal gewinnen. In dieser Statistik führt Stu Ungar mit drei Siegen.

„Doyle-Brunson-Hand“ & “Chip and a Chair”

Drei Spieler schafften Main Event-Siege in zwei aufeinander folgenden Jahren: Stu Ungar, Johnny Chan und Doyle Brunson. Bemerkenswert bei den Siegen von Brunson war, dass er den Main Event jedes Mal mit der Hand 10-2, die später zu einem Full House wurde, gewann. Seither wird diese Hand die „Doyle-Brunson-Hand“ genannt. Ein anderer Spieler prägte beim WSOP Main Event den bekannten Spruch “A Chip and a Chair is all you need“. Der US-Profi Jack Straus gewann 1982 das Main Event, nachdem ihm zwischenzeitlich nur noch ein einziger 500-$-Chip geblieben war.

Deutsche Gewinner

Auch Deutsche Bracelet-Gewinner gab es schon einige, darunter bekannte Poker-Profis wie George Danzer, Dominik Nitsche, Eddy Scharf, Michael Keiner, Katja Thater, Jan-Peter Jachtmann oder Martin Finger. Der Main Event wurde bisher nur einmal von einem Spieler aus Deutschland gewonnen. 2011 gewann der 1989 geborene Pius Heinz den Main Event. Für seinen Sieg bekam er ein Preisgeld von 8,7 Mio. Dollar. Von den Medien bekam er damals den Spitznamen „Poker-Papst“ verpasst und sorgte für einen Poker-Boom in Deutschland. Im 2014 gewann mit George Danzer der erste deutsche Spieler den renommierten Titel „WSOP Player of the Year“. Danzer holte sich 2014 drei Bracelets, zwei bei der WSOP und eines bei der WSOP APAC.

FAQ - Häufig gestellte Fragen

Was ist die WSOP?

Die WSOP ist das prestigeträchtigste aller Pokerturniere. Es ist ein Live Multi Table Turnier mit Teilnehmerzahlen in den Tausenden und einem Buy-In von $ 10,000. Der Gewinner der WSOP kann sich neben einem Preisgeld in Millionenhöhe auch mit einem begehrten WSOP Bracelet und dem inoffiziellen Weltmeistertitel rühmen. Die WSOP findet jeden Sommer in Las Vegas statt, und es werden simultan eine Reihe von Side Events abgehalten. Während beim Main Event Taxas Hold'em gespielt wird, werden in den Side Events verschiedene Pokervarianten gespielt, wie Seven Card Stud und HORSE. Selbst für den Sieg in einem der Side Events wird ein WSOP Bracelet gewährt.

Wie werden die Gewinner des Main Events ermittelt?

Die WSOP wird aufgrund der hohen Teilnehmerzahl und Turnierstruktur über mehrere Tage im Sommer abgehalten. Sobald die Teilnehmerzahl auf einen Tisch, den sogenannten Final Table, geschrumpft ist, wird das Spiel bis zum November pausiert. Die neun Spieler des finalen Tisches kommen im November desselben Jahres wieder zusammen, um unter sich den Titel des Poker Champions der Welt auszutragen. Diese neun Spieler werden auch die November Nine genannt. Das Spiel am Finaltisch im November kann noch einmal viele Stunden dauern, während Poker Enthusiasten weltweit mit den Spielern über Twitter mitfiebern. Schließlich geht nach vielen nervenzerreibenden Händen der letzte Spieler mit Chips als Gewinner der aktuellen WSOP hervor.

Wo findet die WSOP statt?

Die WSOP findet passenderweise traditionell in einem der kolossalen Casino Paläste in Las Vegas statt. Seit 2005 wurde das Rio All-Suite Hotel and Casino im Las Vegas Strip zum Austragungsort auserkoren.

Wie viel Geld können die besten Pokerspieler gewinnen?

Eine ganze Menge! Ein Platz 'In The Money', also einer der bezahlten Plätze, die 2017 bei Platz 1011 begannen, brachte nicht weniger als $ 15,000 ein. Preise steigen entsprechend mit den Plätzen in die Höhe. So kassierte der Gewinner der WSOP 2017, Qui Nguyen, knapp über 8 Millionen Dollars für seinen spektakulären Sieg nach nicht weniger als acht Stunden Heads Up Play zwischen ihm und dem zweitplatzierten Gordon Vayo, der mit $ 4,5 Millionen nach Hause ging. Wir sind uns sicher, der Trostpreis half Gordon, über den zweiten Platz hinwegzukommen.

Hat es schon einmal einen deutschen WSOP Sieger gegeben?

Ja, der Mann der Stunde hieß Pius Heinz, bis dahin ein Freizeitspieler aus Bonn, der sich in einem Online Qualifikationsturnier seinen Platz erkämpft hat und schließlich nach vielen Stunden mitreißenden Poker Duelle als Gewinner der WSOP 2011 und mit ihr von über $ 8,5 Millionen hervorging. Pius Interesse an Poker wurde geweckt, als er als viele Jahre zuvor die WSOP im Fernsehen mitverfolgte. Seine Mutter verließ den Saal während des Spiels um den Weltmeistertitel, um ins Theater zu gehen, weil ihr die Atmosphäre zu spannungsgeladen war.