Button, Cutoff und Co: Die Positionen am Pokertisch

Garantiertes Gelddrucken mit Position PokerEin ganz wichtiges strategisches Konzept beim Poker, vor allem bei Texas No Limit Hold’em, ist die Position am Pokertisch. Die Position ist wichtig für das Spiel- und Setzverhalten am Tisch. Während man Top Pairs wie A-A, K-K oder Q-Q preflop von jeder Position aus erhöht, wird es beispielsweise beim Spielen von niedrigen Paaren schon etwas schwieriger. Hier ist es extrem wichtig, auf welcher Position am Tisch man sich befindet und ob die Gegner vor einem eventuell schon Aktionen durchgeführt haben.

Wir blicken ausführlich auf das Thema Positionen. Was genau ist eine Position? Welche Positionen gibt es? Was sind absolute und relative Positionen? Wie spiele ich von den jeweiligen Positionen aus? Und was bringen sie mir überhaupt?

Was ist eine Position? Welche Positionen gibt es am Pokertisch?

Garantiertes Gelddrucken mit Position PokerDie Position bezeichnet, wann ein Spieler während einer Setzrunde am Pokertisch am Zug ist. Dies ist davon abhängig, wer in der jeweiligen Runde der Dealer ist, also wo gerade der Button liegt. Der Button wechselt ja nach jeder Hand im Uhrzeigersinn. Je mehr Gegner vor einem selbst agieren, desto mehr Informationen besitzt man. Die Stellung am Tisch besagt, zu welchem Zeitpunkt man eine Entscheidung treffen muss.

Hieraus ergibt sich auch schon ein erster Merksatz: Je früher man am Zug ist, desto besser muss eine Hand sein. Jeder weitere Spieler, der hinter einem sitzt, sorgt für eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass einer der Gegner eine starke Hand hält.

An einem Pokertisch mit zehn Spielern gibt es zehn verschiedene Positionen. Diese lassen sich in vier Gruppen unterteilen. So kann ein Spieler in früher, mittlerer oder später Position oder in den Blinds sitzen. Die Position in Abhängigkeit vom Button wird als absolute Position bezeichnet. Hier alle absolute Positionen:

Späte Positionen: Cutoff (CO) und Button (BU)

Der Dealer, bzw. der Spieler mit dem Button, und der Kontrahent, der rechts neben diesem sitzt werden als späte Positionen bezeichnet. Der Kartengeber wird Button und der Spieler rechts daneben, der vor ihm am Zug ist, Cutoff genannt.

Mittlere Positionen 1, 2 und 3: MP1, MP2, MP3

Die drei Plätze, die rechts von Button und Cutoff sitzen, haben die mittleren Positionen inne und werden Middle Position 1 (MP1), Middle Position 2 (MP2) und Middle Position 3 (MP3) genannt.

Frühe Positionen 1, 2 und 3: UTG1, UTG2, UTG3

Die Spieler, die vor den Gegnern in mittlerer Position sitzen und unmittelbar nach den Blinds am Zug sind, befinden sich in früher Position. Diese drei Positionen werden Under the Gun (UTG) 1, 2 und 3 genannt.

Blind-Positionen: Small Blind (SB) und Big Blind (BB)

Die zwei Spieler mit den Pflichteinsätzen, die direkt links vom Button sitzen, werden Blinds genannt. Die Person links vom Kartengeber muss den kleineren Zwangseinsatz zahlen und wird als Small Blind bezeichnet. Der andere Spieler, der den höheren Einsatz bringen muss, heißt Big Blind.

Wenn weniger Spieler am Pokertisch sitzen, fallen zunächst die frühen und danach die mittleren und späten Positionen weg.

Die relativen Positionen

Garantiertes Gelddrucken mit Position PokerGrundsätzlich ist die relative Position noch relevanter als die absolute Position. Sie beschreibt Ihre Stellung anhand der anderen aktiven Spieler, die noch im Spiel sind. Dabei gibt es drei relative Positionen, in denen Sie sich befinden können: In Position (IP), Out of Position (OOP) und Sandwich.

Wenn Sie beim Flop nur noch einen Gegner haben, haben Sie zwei Optionen: Sie spielen In Position, wenn Sie nach Ihrem Gegenspieler an der Reihe sind und demzufolge auf dessen Handlungen reagieren können. Out of Position sind Sie, wenn Sie als erster an der Reihe sind und der Gegner auf Ihre Handlungen reagieren kann.

Ihre Stellung bestimmt sich durch die Setz-Reihenfolge ab dem Flop. Hat man am Flop mehr als einen Gegner, so wird das als Multiway Pot bezeichnet. Wenn Sie dabei zwischen zwei Spielern an der Reihe sind, sind Sie in der sogenannten Sandwich Position.

"In Position" vs "Out of Position"

Das bevorzugte Ziel eines jeden Spielers sollte es sein, so viele Hände wie möglich zu spielen, wenn er sich In Position befindet, denn so kann er viel mehr Hände spielen. In Position hat er zu allen Phasen der Spielrunde einen Informationsvorteil und kann seine Entscheidung immer von den Handlungen der Gegner abhängig machen.

Der Button ist der beste Platz am Pokertisch. Hier hat man immer Position und darf in jedem Fall zuletzt entscheiden, was man tun möchte. Je näher man am Button sitzt, desto mehr Hände kann man spielen. Der Platz mit der unvorteilhaftesten Stellung am Pokertisch ist der Small Blind. Vor dem Flop ist der Spieler mit dem Small Blind als Vorletzter an der Reihe, nach dem Flop muss er aber immer zuerst seine Entscheidung treffen.

Wenn viele Gegner hinter der eigenen Position sitzen, läuft man Gefahr, nach der Ausgabe des Flops Out of Position zu sein. Der Cutoff, also der letzte Spieler vor dem Platz mit dem Dealer Button, hat ebenfalls einen sehr guten Platz am Tisch inne, denn nur der Button hat postflop die Möglichkeit, nach diesem zu agieren. Als Faustregel gilt: Mit jeder Position, die Sie näher nach dem Button sitzen, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie nach dem Flop Out of Position spielen müssen.

Wer nach dem Flop In Position ist, hat einen großen Informationsvorteil. Die Gegner müssen zuvor agieren und so können Sie anhand der Checks oder Bets sehr hilfreiche Informationen sammeln. Auf der anderen Seite wissen die Gegner aber nicht, ob man selbst im Begriff ist, zu checken oder zu betten. So hat man die volle Kontrolle über den Gegner und kann zum Beispiel auch nur checken, um eine Freecard zu sehen oder die Gegner auf eine falsche Fährte zu locken.

Gleichzeitig ist die Stellung am Tisch wichtig, wenn es um die Auswahl der Starthände geht, und so gibt es zwei Faktoren, die die Auswahl einer Starthand beeinflussen sollten:

  • Wie hoch ist die Chance, dass ein Spieler in späterer Position eine starke Hand hat?
  • Wie hoch ist die Chance, dass man selbst nach dem Flop In Position ist?

Eine entscheidende Ausnahme stellt der Small Blind dar, denn dieser handelt vor dem Flop als Vorletzter. Die Chance, dass ein Spieler hinter dem SB eine starke Hand hält, ist also äußerst gering. Trotzdem ist der Small Blind nach dem Flop aber immer OOP. Also kann man als Small Blind mehr und auch riskantere Starthände spielen, als in einer frühen Position, und doch weitaus weniger Hände als der Spieler mit dem Button.

Position auf Fische und schwache Spieler

Im Idealfall spielt man nur gegen schwache Spieler, die Out of Position sind. Je näher Sie links an diesen Spielern sitzen, desto öfter haben Sie eine gute Position nach dem Flop auf diese. Je näher Sie rechts von diesen Spielern sitzen, desto häufiger müssen Sie OOP spielen. So sollten Sie versuchen, möglichst auf der linken Seite eines Fisches und so nahe wie möglich an diesem zu sein. Im besten Fall sitzen Sie direkt zu seiner Linken.

Was bringt die Position beim No Limit Hold’em?

  1. Wir werden Heads-Up den Pot öfter als der Gegner gewinnen, wenn wir beide den Flop komplett verfehlt haben.
  2. Stehlen fällt sowohl preflop als auch postflop leichter, da wir jede Entscheidung unseres Gegners abwarten und je nach Situation unsere Aktion besser evaluieren können.
  3. Die wichtigste Entscheidung beim No Limit Hold’em findet am River statt, da dort die größten Bets in den Pot gesetzt werden. Eine korrekte Entscheidung fällt am River In Position viel leichter als out of Positon, da Gegner sehr selten ein Checkraise am River ansetzen. Entweder er checkt und wir können ziemlich sicher sein, mit einer guten Hand auch vorne zu sein. Oder wir können ruhigen Gewissens unsere marginalen Hände mit Showdown Value behindchecken.
  4. Wir können die Größe des Pots In Position viel besser durch Checkbehinds am Turn usw. kontrollieren als Out of Position. Gerade hier liegt viel verborgenes Geld. Ein guter Spieler verliert in Situationen, in denen er mit einer guten Hand trotzdem hinten ist, weniger und maximiert wiederum den Profit in den Situationen, in denen er der Favorit ist. Beides lässt sich mit dem Positionsvorteil leichter bewerkstelligen.
  5. Draws lassen sich In Position leichter spielen, da wir entweder aggressiv wetten oder uns eine Freikarte bei einem Check des Gegners nehmen können.