Pot Control: Die Potgröße an die Hand anpassen

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Poker Pot ControlKontrolle ist wichtig, dies gilt in In vielen Bereichen des Lebens, so auch am Pokertisch. Vor allem, wenn es um die Größe des Pots geht, um den gespielt wird. Dafür steht der Begriff Pot Control. Wann ist dieses Spielkonzept wichtig und wie wendet man es an? Poker.de gibt einen Überblick über das Thema.

Definition Pot Control

Poker Pot ControlUnter Pot Control versteht man in der Pokerwelt eine Art Pot Management. Der Spieler versucht, die Potgröße an seine eigene Handstärke anzupassen. Der Pot soll so groß oder so klein sein, wie man ihn selbst gerne hätte. Hat man eine starke Hand (Sets, Straights, Flushes etc.), ist es wünschenswert, dass auch der Pot groß ist. Denn man will möglichst vielja Value aus dem Pot herausziehen. Mit anderen Händen, die zwar Showdown Value haben (Middlepair oder TPMK Top Pair mit mittlerem Kicker, etc.), aber in einem großen Pot eher überspielt wären, will man dann lieber wenig investieren und trotzdem zum Showdown kommen. Man möchte Value von schlechteren Händen bekommen, aber bessere Hände nicht übermäßig auszahlen.

Warum ist Pot Control wichtig?

Poker Pot ControlEin guter Spieler will mit marginalen Händen nicht seinen ganzen Stack riskieren. Setzt er aber große Beträge oder callt er große Bets, kommt er in Gefahr, am Turn oder aber spätestens am River genau in solche Situationen zu geraten. Dann sitzt er mit einer Hand wie A-9 auf einem Board mit A-10-5-J und weiß nicht, warum er bereits 30BB+ investiert hat und was er mit der 60BB-Bet des Gegners anfangen soll.

Besonders wichtig ist es also, neben der eigenen Hand auch das Board und dessen Gefahren für das eigene Blatt zu kalkulieren. Kleine Pocket Pairs haben es schwer zu improven, im Prinzip bleiben nur 2 Karten, die Ihre Hand wirklich verbessern können. Bei einem Board, welches Flushdraws oder Straightdraws liefert, verliert Ihre Hand in immer mehr Situationen (höhere Pocket Pairs, Top Pair, Flush, Straight). Selbst wenn Sie selbst auf dem River einen Flush treffen sollten, halten Sie nur einen mittleren Kartenwert, der leicht geschlagen ist. Umso wichtiger ist es, in diesen Situationen auf Pot Control zu achten.

Wann wendet man Pot Control an?

Pot Control ist eigentlich immer anzuwenden, nur in einer Situation kann man nicht auf Pot Control achten: Wenn man einen Bluff spielt, überspielt man die eigene Hand ganz bewusst. Man glaubt mit einer Bet eine ausreichende Fold Equity erzeugen zu können, die die anderen Spieler dazu bringt, ihre wohlmöglich besseren Hände zu folden.

Wer eine sehr starke Hand hält, will, dass der Pot größtmöglich wird, da man weiß, dass es kaum eine gegnerische Hand geben kann, von der man geschlagen wird. Hier übt der Spieler Pot Control durch seine Betsize aus. Es gilt, die Betsizes so zu wählen, dass man bis zum Showdown den gesamten Stack in die Mitte schieben kann, ohne eine Overbet anbringen zu müssen, die den Gegner evtl. zum Fold bewegen könnte.

Am wichtigsten ist Pot Control aber bei relativ schwachen oder mittelstarken Händen. Die Hand hat zwar Showdown Value, jedoch ist es wenig wahrscheinlich, dass weitere Bets oder Raises von einer noch schlechteren Hand gecallt werden. Daraus folgt die Grundregel: Gibt es kaum schlechtere gegnerische Hände, die bei weiteren Bets oder Raises zum Showdown gehen würden, dann machen diese Bets oder Raises keinen großen Sinn, da man seine Hand zu sehr in einen Bluff verwandelt.

Wie wendet man Pot Control an?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Pot zu kontrollieren. Dies kann über die Betting-Abfolgen oder über die Betsizes erfolgen.

Pot Control in Position

In Position hat man sehr viele Möglichkeiten die Größe des Pots zu beeinflussen, da man immer nach seinem Gegner an der Reihe ist und somit auf seine Aktionen reagieren kann. Durch verschiedene Betting-Abfolgen kann man den Pot unterschiedlich groß werden lassen. Gegen schlechte Spieler bietet sich mit „Top Pair Top Kicker“ "Bet Flop, Bet Turn, Bet River" an. Ein schlechter Gegner wird oft mit einem schlechteren Paar downcallen und Sie so auszahlen.

Ein Check Behind inPosition am Turn hat einige Vorteile. Man bekommt oft mehr Value von Händen, die gegen eine normale Bet gefoldet hätten. Zudem verliert man weniger Geld, falls man schon gegen den Flush oder eine ähnlich starke Hand hinten liegt. Auch kann man den Pot klein halten, da der Gegner keine Möglichkeit hat, den Pot durch ein Reraise noch größer werden zu lassen. So erreicht man das Ziel, den Pot mit einer mittelstarken Hand klein und unter Kontrolle zu halten. Liegt man vorne, gewinnt man das Maximum. Liegt man hinten, verliert man das Minimum.

Spielt man beispielsweise In Position gegen einen Gegner, der sehr gerne den Flop checkraist, so kann man auch schon hier behindchecken, um dann am Turn die gegnerische Bet mit einer mittelstarken Hand zu callen. Hier muss man jedoch immer die Protection der Hand mit der Pot Control abwägen. Will man dem Gegner drei Freecards am Flop geben und ihm dadurch indizierent, dass man nur eine mittelstarke Hand hat?

Pot Control Out of Position

Out of Position ist Pot Control natürlich um einiges schwieriger als in Position. Man muss immer vor dem Gegner agieren und kann nicht abwarten, wie er seine Hand spielen will. Eine Freecard am Turn beispielsweise wird wesentlich unwahrscheinlicher.

Durch einen Check out of Position am Turn bekommt man oft noch eine Bluff Bet des Gegners. Des Weiteren hält man den Pot klein, indem man dem Gegner keine Möglichkeit gibt, zu reraisen und dadurch den Pot richtig groß zu machen.

Pot Control mit Monsterhänden

Auch mit Monsterhänden ist Pot Control wichtig. Hier gilt es den Pot im richtigen Maß anwachsen zu lassen, um schlussendlich bis zum River die Möglichkeit zu haben, den gesamten Stack in die Mitte zu schieben. Durch die Betsize-Wahl am Turn manipuliert man die Potgröße am River und lässt sich die Möglichkeit offen, die Monsterhände um Stacks zu spielen, ohne dazu gezwungen zu sein, eine Overbet machen zu müssen, oder darauf zu hoffen, dass der Gegner raist.

Pot Control vs. Valuebetting

Eine gute Möglichkeit den Pot klein zu halten, ist beispielsweise den Turn behind zu checken, wenn das Board nicht zu drawy ist. Falls dies der Fall ist, muss man valuebetten und die Hand schützen, damit der Gegner seinen Flush nicht umsonst am River trifft. Oder aber man callt die Donkbets des Gegners nur und raist sie nicht direkt.

Manchmal beißt sich Pot Control jedoch mit gutem Valuebetting. Diese Situation zu unterscheiden, erfordert eine große Spielerfahrung und direkte Beobachtung am Tisch. Theoretisch gibt es hier keine Regel, die ein gutes Verhältnis von Pot Control und Valuebetting angibt.

Im Fall von starken Händen ist Pot Control ziemlich einfach: Betten, raisen und noch mehr betten. Man sollte seine Bets am Anfang gut anpassen, damit man über alle Streets verteilt seinen Stack in den Pot bekommt, ohne große Overbets ansetzen zu müssen. Hier gehen Valuebetting und Pot Control Hand in Hand.

Pot Control Betsizes

Unerfahrene Spieler stellen sich beim Pot Control oft die Frage, welche Betsizes für welche Situationen geeignet sind. In Position erübrigt sich dieses Problem. Hier kann man einfach abwarten, wie der Gegner reagiert und dementsprechend, um den Pot klein zu halten, callen bzw. checken. In manchen Situationen bietet sich eine kleine Bet an, um den Gegner auf der nächsten Straße daran zu hindern, zu betten.

Out of Position muss man als Erster agieren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Betten oder checken. Wenn der Gegner eine Bet nie raist, kann man die kleinstmögliche Bet wählen, da so der Pot am kleinsten bleibt. Doch Achtung: Kleine Bets werden öfter geraist als große. Da kleine Bets oft als Schwäche interpretiert werden, muss man seine Hand oft folden, auch wenn der Gegner blufft.

Man sollte seine Betsize auf jeden Fall immer so wählen, dass man relativ sicher auf ein Reraise folden kann, aber der Pot trotzdem klein gehalten wird. Die Faustregel lautet: Alles deutlich unter 1/2 Potsize wird oft als Schwäche interpretiert und öfter geraist.

Pot Control Betsequenzen

In Position

In verschiedenen Situationen bieten sich verschiedene Betsequenzen an, um den Pot klein zu halten. In Position gegen den Preflop Aggressor, der oft C-bets spielt, lautet die Standardsequenz: „Call Flop – Call“ bzw. „Check Behind Turn“. Man hat Position und kann callen oder checken, je nachdem, was der Gegner macht. Ab der Turnkarte verändert sich oft die Handstärke in Relation zur Boardstruktur. Wer immer noch zum Showdown gehen will, sollte einen Call oder Checkbehind spielen. Hat man nach wie vor die stärkste Hand, läuft aber Gefahr auf dem River in eine Straight oder einen Flush zu laufen, sollte man auf dem Turn jedoch selber die Initiative ergreifen und dem Gegner keine Freecard oder eine Karte für einen geringen Einsatz zu ermöglichen.

Ist man selbst der Preflop Aggressor, ist „Bet Flop – Check behind Turn“ die Standard-Betsequenz. Man macht eine C-bet am Flop, um den Pot möglichst direkt mitzunehmen und keine Freecards zu verteilen. Am Turn trifft man dann allerdings oft auf eine bessere Hand des Gegners. So checkt man, um den Pot möglichst klein zu halten und keine schwierige Entscheidungen am River treffen zu müssen.

Eine Alternative ist „Check behind Flop – Call Turn“. Hier verzichtet man auf eine C-bet. Checkraist der Gegner sehr viel am Flop und spielt sehr aggressiv, kann man durch den Checkbehind sehr gut für Pot Control spielen und wird nicht gezwungen, um einen sehr großen Pot zu spielen.

Sollte man eine Monsterhand halten, ist es zu empfehlen nach der C-Bet auf dem Flop auch auf dem Turn und dem River zu betten, solange man sich sicher ist, dass man weiterhin vorne liegt. Hat man beispielsweise QQ bei einem 3-7-K Board, ist es auch hier sinnvoll eine C-Bet zu platzieren. Wenn der Gegner callt, wird er Ax halten, will aber nicht folden, er kann ein Smallpair getroffen haben oder sieht vielleicht eine Chance auf einen Flush. Platziert der Gegner ein Reraise, kann man ihn ziemlich sicher auf Toppair mit gutem Kicker z. B. AK oder einen gefloppten Drilling setzen. Hier muss man auch in der Lage sein, die vermeintliche Monsterhand zu folden.

Out of Position

Out of Position gegen den Preflop Aggressor ist ein Check der Standard. Der Gegner hat keine Möglichkeit, den Pot durch ein Raise groß zu machen. Gegen Gegner, die oft eine C-Bet am Flop spielen, am Turn dann allerdings passiver werden, bietet sich „Check / Call Flop - Bet Turn“ an. Gute Spieler deuten diese Spielweise allerdings oft als Schwäche und versuchen, durch ein Bluffraise am Turn den Pot einzusammeln. Gegen Gegner, die auch am Turn aggressiv weiterspielen, bietet sich „Check / Call Flop - Check Turn“ an.

Ist man selbst der Preflop Aggressor, ist „Bet Flop - Check (Bet) / Call (Fold) Turn“ eine Standard-Betsequenz für mittelgute Hände. Hier muss abgewogen werden, ob ein Check oder ein Bet besser ist. Eine weitere Alternative wäre „Check / Call Flop - Check (Bet) Turn“. Diese ungewöhnliche Betsequenz wirkt auf viele Gegner sehr schwach, da man seine guten Hände und auch seine Bluffs contibettet. Wer so nur mit mittelguten Händen spielt, kann vom Gegner gut eingeschätzt werden. Spielt man allerdings so auch gegen einen überaggressiven Gegner, kann man durch diese plötzliche Passivität den Pot recht klein halten.

Zusammenfassung

Hier haben wir nochmal die wichtigsten Punkte zum Thema „Pot Control“ zusammengefasst. Versuchen Sie, die Potsize an die Stärke Ihrer Hand anzupassen, d. h. maximieren Sie den Pot mit Monsterhänden und minimiere Sie ihn mit weniger guten Händen. Versuchen Sie, die Potsize aktiv zu kontrollieren, sowohl in Position, als auch out of Position. Beobachten Sie Ihre Gegner auch in Händen, in denen Sie nicht spielen, um ihren Stil zu analysieren und ihre Betsequenzen zu erkennen. Zu guter Letzt: Bringen Sie sich nicht zu oft durch Bluffs oder hohe Bets in unangenehme Situation, in denen Sie dann Ihr Spiel durch die größere Potsize bzw. Ihr bereits investiertes Geld verändern.

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