Way Ahead – Way Behind

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Way Ahead PokerBeim Texas Hold’em No Limit kann man in Way Ahead – Way Behind-Situationen kommen. Was für Situationen sind das? Und wie spielt man sie? Poker.de gibt Spielern einen ausführlichen Überblick zu dem Thema.

Was ist Way Ahead – Way Behind?

Way Ahead PokerUnter Way Ahead – Way Behind versteht man in der Pokerwelt Situationen, bei denen Sie mit Ihrer Hand großer Favorit sind oder aber der Gegner die viel bessere Hand hält. Man hat also eine gute Made Hand, aber keine Nut Hand, Overpairs auf paired Boards zum Beispiel und der Gegner hat kaum oder sogar gar keine Outs mehr, um Ihre Hand noch zu schlagen. Oder man liegt mit seiner Hand weit hinten und hat selbst sehr wenige oder keine Outs gegen die Hand des Gegners.

Man liegt also entweder weit vorn (way ahead) oder weit zurück (way behind). Man kann in den Spielsituationen jedoch nicht immer genau sagen, in welcher Position man sich gerade befindet. Sieht man sich vorne, bettet man für Value, sieht man sich hinten, foldet man seine schlechte Hand.

Wie spielt man in einer Way Ahead – Way Behind - Situation?

Bei einer Way Ahead – Way Behind-Situation bringt eine aggressive Spielweise mit starken Bets und Raises nichts, da alle schlechteren Hände auf Action folden und die besseren callen beziehungsweise raisen. In diesem Fall sollte man auf eine passive Check- beziehungsweise Call Line wechseln, da man hier nur Value aus Bluffs des Gegners ziehen kann.

Wenn man am Flop und Turn eine gute Made Hand hat, aber weiß, dass man zum Beispiel durch ein paired Board in einer Way Ahead – Way Behind-Situation ist und der Gegner am River durch einen Check Out of Position deutlich Schwäche zeigt, sollte man dennoch für Value betten, um zum Beispiel schlechtere Pairs bezahlen zu lassen, die nicht mehr selbst setzen, aber auch nicht folden wollen. Gerade auf trockenen Flops, wie J-J-2 Rainbow etc. wird man mit seinen Pocket Pairs oft in Way Ahead – Way Behind-Situationen geraten. Um den Pot zu kontrollieren und sein Showdownvalue auszunutzen, gibt es keine bessere Line als einen simplen Call-Down.

Wenn man merkt, dass der Gegner in einer Way Ahead – Way Behind-Situation ist, kann man dies durch Bluff Raises sehr gut exploiten, da er oftmals folden wird, weil seine Hand keine große Action verträgt. Jedoch sollte man dies nie bei Calling Stations versuchen. Ihr Spielverständnis ist zu gering, sodass sie nur auf ihre eigene Hand schauen und deswegen öfter callen als folden werden.

In einer Way Ahead – Way Behind-Situation macht zudem Protection keinen Sinn, weil man entweder extrem hoher Favorit oder extremer Underdog ist. Eine bessere Hand wird gegen ein Raise nicht folden und eine schlechtere Hand wird gegen ein Raise folden. Schlechtere Hände werden eventuell versuchen, Sie mit einem Bluff aus dem Pot zu vertreiben. Man hat mit seiner Hand in einem mittelgroßen Pot meist genug Showdownvalue.

Diese Argumente sprechen gegen eine Bet oder ein Raise. Damit bekommt man nur die schlechteren Hände zum Folden. Zudem bekommt der Gegner die Chance, die Mitspieler durch eine überaggressive Spielweise aus der Hand zu bluffen. Eine passivere Spielweise eröffnet die Möglichkeit, Pot Control zu betreiben und gegnerische Bluffs kostengünstig zu catchen. Aufgrund der Boardstruktur und der möglichen gegnerischen Range muss man nicht auf Protection achten. Man spielt nur strikt auf Pot Control und Bluffs.

Standard-Line

Bei Way Ahead – Way Behind-Situationen lautet die Standard Line: Check/Call every Street! Hierzu muss man sich aber sicher sein, dass man sich in einer solchen Situation befindet. Folden ist auch immer eine Option, die es in jeder Setzrunde neu zu bewerten gilt. Gerade auf späteren Straßen ist es wichtig, neu gewonnene Informationen zu beachten und nicht zu hohe gegnerische Bets zu callen, nur weil man am Flop oder am Turn meint, dass man sich in einer Way Ahead – Way Behind-Situation befindet.

Was tun, wenn der Gegner den Turn checkt?

In Position

In Position kann man durch eine Bet, wenn der Gegner den Turn gecheckt hat, nichts gewinnen. Entweder hat der Gegner eine wertlose Hand und gibt seinen Bluff am Turn auf oder er hofft, mit seinem Monster ein Check-Raise anbringen zu können. Oft ist es hier die beste Spielweise, ein Check behind anzubringen. Damit achtet man auf Pot Control und gibt dem Gegner keine Chance ein Reraise zu platzieren. Jedoch sollte man darauf achten nur einem Backdoor Flushdraw eine Freecard zu geben. Auf einem coloured Board sollte man seine Hand protecten, um dem Gegner die Outs nicht umsonst zu überlassen.

Wenn der Gegner auch den River checkt, kann man davon ausgehen, die beste Hand zu halten. Hier bietet sich eine Valuebet von 1/3 bis 1/2 Potsize an. Der Gegner wird in den meisten Fällen folden. Manchmal wird man von einem Ace high oder einem Pocket Pair gecallt, wenn Ihre Line für den Gegner nicht so besonders stark aussieht.

Bettet der Gegner den River, solltest man nur eine „normale“ Bet callen. Sehr große Bets sind oft ein Zeichen dafür, dass der Gegner den Turn mit einer sehr starken Hand check-raisen wollte und nun versucht am River Value aus seiner Hand zu bekommen. Mit seiner großen Betsize will er oftmals einen Bluff vortäuschen und Sie somit zum Callen motivieren. Hier sind Reads auf den Gegner besonders wichtig, um die Situation korrekt einschätzen zu können.

Out of Position

Ein Check in Position am Turn zeigt deutlich mehr Schwäche als ein Check out of Position. Der Gegner hält hier meist entweder nichts oder eine schwächere Made Hand. Platziert man am River eine Valuebet, steht man bei einem Raise des Gegners vor einer schwierigen Entscheidung. Natürlich könnte der Check behind am Turn auch ein Slowplay gewesen sein. Ist der Gegner am River sehr aggressiv, sollte man nur check/call spielen, um ihm nicht die Möglichkeit eines Bluff-Raises zu geben. So kommt man am günstigsten zum Showdown. Spielt der Gegner eher passiv, sollte man selbst valuebetten.

Was tun, wenn der Gegner den River checkt?

In Position

Der Gegner geht davon aus, dass sein Check jeder schwachen Hand einen freien Showdown ermöglicht. Er hält also sehr wahrscheinlich kein Monster. Hier sollte man am River valuebetten. Bei einem Check-Raise hat man recht sicher die schlechtere Hand und kann folden.

Out of Position

Um zu verhindern, dass der Gegner den River behind checkt und einen kostenlosen Showdown bekommt, kann man den River donken. Die Line mit check/call Flop, check/call Turn und donk River verrät aber, dass man eine recht gute Made Hand hat. Hier wäre eine Donkbet jedoch kontraproduktiv, es empfiehlt sich eher zu checken. Denn sonst kann man durch ein Reraise des Gegners in eine sehr schwierige Situation geraten. In Way Ahead – Way Behind-Situationen sind also oft passivere Spielweisen zu empfehlen. Dadurch lässt man zwar out of Position Value liegen, hat aber gute Möglichkeiten zum Showdown zu kommen und kann diesen auch oft gewinnen.

Wie erkennt man eine Way Ahead – Way Behind-Situation?

Um Way Ahead – Way Behind-Situationen zu erkennen, gibt es einige Richtlinien:

  • Man hat eine Made Hand, jedoch nicht die Nuts
  • Das Board ist am Flop recht trocken (Bsp.: Rainbow paired Boards)
  • Die gegnerische Handrange setzt sich aus einigen besseren Händen und vielen schlechteren Händen zusammen
  • Man kann seine Handstärke und die des Gegners auf Grundlage des Boards gut einschätzen

Die Frage nach der Way Ahead – Way Behind-Situation hängt auch immer sehr stark von der Spielstärke des Gegners ab. Spielen Sie gegen eine Calling Station, so kann man durch eine aggressive Spielweise Value aus der Hand extrahieren. Spielt man aber gegen einen thinking Tight Aggressive, so wird es schwer, da dieser sehr oft alle schlechteren Hände auf eine weitere Bet folden wird oder sie in Bluffs verwandelt. Die besseren Hände können starke Spieler auch check-raisen, um den Gewinn zu maximieren. Gegen diesen Spielertyp befindet man sich daher in einer Way Ahead – Way Behind-Situation.