Heads-Up Cash Game Strategie

Heads Up Strategie PokerEin guter No Limit Hold'em Spieler kann viel Geld gewinnen, wenn er seinen Gegnern überlegen ist. Am stärksten kommt diese Überlegenheit im Heads-Up zur Geltung. Hier hat er nur einen Gegner und kann im besten Fall gegen einen unterlegenen Spieler spielen. Er muss den Gegner nicht mit anderen guten Spielern teilen. Doch wie spielt man Heads-Up beim No Limit Hold’em Cash Game? Poker.de erklärt, wie man ein erfolgreicher Heads-Up Cash Game Spieler wird.

Aggression im Heads-Up

Aggression ist immer eine Schlüsselkomponente im Pokerspiel, vor allem beim Texas Hold’em, und noch wichtiger im Heads-Up. Geduldige oder zurückhaltende Spieler, die erfolgreich sind, werden normalerweise als Tight-Aggressive bezeichnet. In Heads-Up (HU) Cash Games, müssen sich aber sogar erfolgreiche Tight-Aggressive Spieler anpassen und einen Loose-Aggressive Stil spielen.

Aggression baut sich aus einigen Schlüsselfaktoren in Heads-Up Strategie auf: Starthände, Handrangordnung und Game Flow.

Starthände auswählen

Heads Up Strategie PokerEinfach gesagt, sind any-two genug. Viele Spieler, die von den Ring Games kommen, haben Probleme mit diesem Konzept. Nur warum? Von einem grundlegenden Heads-Up-Strategie Standpunkt aus gesehen, wird ein aggressiver Spieler mehr Hände gewinnen, als ein Spieler der nur gute Starthände hat. Ein anschauliches Zahlenbeispiel: Ein Spieler kauft sich an einem Full Ring-Tisch und in ein Heads-Up Game mit jeweils 100 Big Blinds ein. Beim Full Ring Cash Game ist es normal, oft mehrere Hände nacheinander zu folden, man zahlt in zehn Händen nur 1,5 Big Blinds. Bei der gleichen Anzahl an Händen im Heads-Up Game muss man jedoch bereits 7,5 Big Blinds zahlen.

Während man im Full Ring Game also länger auf gute Starthände warten kann, muss man im Heads-Up in der Lage sein, auch Geld ohne eine Hand zu generieren – Aggression schlägt Made Hands.

Das einzige Problem ist, dass die Gegner dieses Konzept auch verstehen. Ansonsten könnte man einfach jedes Mal erhöhen und passen, wenn der Gegner mit einer Hand aufwacht und zurückspielt. Letztendlich würde man ihn ausblinden. Gegen schwache Spieler sollte dies die Grundstrategie in Ihrem Spiel darstellen.

Da bessere Spieler aber auch mit schwächeren Händen zurückspielen werden, wird Aggression noch wichtiger. Man muss raisen, reraisen und in manchen Spots check-raisen, sowie Druck aufbauen mit dem Wissen, dass der Gegner oft ebenfalls keine Made Hand haben wird. Dies macht es zu einem spaßigen Katz-und-Maus Spiel und ist der Grund warum viele Spieler Heads-Up Texas Hold’em für Poker in seiner reinsten Form halten. Wer gibt zuerst nach? Man sollte es nicht zu oft selbst sein.

Handrangordnungen

Man kann zwei zufällige Karten schnell spielen, jedoch sollte man auch herausfinden was eine gute Hand für eine Heads-Up Strategie ist. 8-3 offsuit in einem 10-Handed Spiel ist eine furchtbare Starthand, jedoch ist sie im Heads-Up weitaus besser als 4-3 offsuit (genau anders herum im 10-Handed Game). High Card gewinnt den Pot im Heads-Up sehr oft, da nur zwei Hände gegeneinander antreten. Man kann sich dies auch für das Spiel in den Blinds in einem 10-Handed Game merken, wenn bis zu einem gepasst wird. Dann spielt man effektiv auch Heads-Up. Im Heads-Up wird Ace-Rag (ein Ass und eine niedrige Karte in einer anderen Farbe) zu einer sehr starken Hand, genau wie zwei Bildkarten, z. B. König-Dame).

Wenn ein Spieler, der normalerweise nicht aggressive spielt, im Heads-Up plötzlich zurückspielt, sollte man seine Handrange in dieser Situation tighter gestalten. Demnach möchte man nicht preflop in einen Raise-War gelangen, bei dem der Gegner auf Grund des investierten Geldes und seiner Pot Odds nicht folden wird und man selbst immer Underdog ist. So sollte man zum Beispiel Suited Connectors mit Undercards wie 4-5 in Herz günstig zum Flop bringen und dadurch eventuell ein Overpair besiegen, von dem sich der Gegner nach dem Flop nicht mehr trennen kann. Man filtere also seine Aggression und entscheidet sich ab und an für einen Call anstatt ein Raise zu platzieren.

Game Flow

Die Handauswahl ist nicht der einzige Weg, um die eigene Aggression zu kontrollieren. Man sollte auch den Game Flow beachten. Wenn man den Gegner die gesamte Zeit herumschubst und genau weiß, dass er nur auf Situationen wartet, in der er Sie in die Falle locken kann, sollten Sie Ihr Spiel verlangsamen und auch aussichtsreiche Karten folden, bevor Sie sehenden Auges in diese Falle rennen. Vielleicht hat man ihn bisher zurückhaltend spielen sehen und weiß, wie er eine Monsterhand spielen wird. Doch vielleicht limpt er in dieser einen Situation, obwohl er sonst immer erhöht. Vielleicht callt er preflop und postflop, wo er sonst einfach gepasst hätte. Wenn die Boardstruktur trocken ist, sollte man bei einer Aggression des Gegners auf Turn oder River bereit sein, viele seiner Hände zu passen. Oder man frustriert ihn, indem man beide Streets checkt. Sollte man gegen einen sonst eher tighten Spieler, der dieses mal selbst die Initiative ergreift, die Nuts halten, ist es ein bewährtes Mittel zu warten, bis er den kompletten Stack in die Mitte schiebt, da er seine Made Hands auch spielen möchte. So kann man leicht den gesamten Stack des Gegners einsammeln.

Falls der Heads-Up Cash Game Gegner aggressiver spielt als man selbst, sollte man seine Strategie unbedingt überdenken. Falls er viel aggressiver ist, verschwendet man vermutlich nur unnötig Geld, wenn man nicht einfach zu Beginn passt. Man darf sich nicht in der Situation wiederfinden, in der man glaubt, dass der Gegner das Katz-und-Maus Spiel gewonnen hat und man nur noch auf einen Lauf guter Karten hoffen kann. Dann sollte man lieber den Tisch und somit den Gegner wechseln.

Sollte man im Heads-Up an einen Punkt gelangen, bei dem ein All-In aufgrund der Stackgröße keinen Druck mehr ausüben kann, sollte man entweder auffüllen oder den Tisch verlassen. In einem Turnier sollte hier die Strategie sein, durch Steals erneut Kontrolle zurückzugewinnen und das Spiel wieder ausgeglichen zu machen. Selbst aggressive Spieler könnten den Fehler machen, ihren Chipvorteil behalten zu wollen, zu lange auf einen guten Spot zu warten und einem so wieder den Weg ins Spiel zu ebnen.

Wenn man nicht mehr deutlich weniger Chips als der Gegner besitzt, sollte man das Reraisen stoppen und leichter callen. So zeigen Sie dem Gegner, dass man Sie nicht so einfachmit einer Bet aus der Hand bluffen kann

Zusammenfassung

Hier haben wir noch einmal die wichtigsten Punkte zum Thema Heads-Up Cash Game zusammengefasst. Spielen Sie in Heads-Up Situationen mit einer komplett anderen Range, als sie es an einem Full Ring Tisch tun würden. Spielen sie aggressiver und legen sie Wert auf die High Card. Sie ist in dieser Spielform deutlich öfter spielentscheidend. Versuchen Sie gegen schwächere und tighte Gegner stets der Aggressor am Tisch zu sein. Sein Sie widerum vorsichtig, wenn tighte Spieler selbst die Initiative ergreifen.

Sollten Sie mit der Spielweise des Gegners nicht zurechtkommen, wechseln Sie lieber den Tisch als Ihren Stack mit komischen Moves zu riskieren.